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Köln-Wien

Wie der grossteil ja nun schon weiss, bin ich Schlussendlich in Wien (Österreich) angekommen. Nach Buenos Aires, wo ich endlich mal wieder ein Konzert (und zwar Ska!) besuchen konnte (es spielte die argentinische Ska-Jazz-Band "Dancing Mood") , bin ich (mit einem Abstecher ins wunderbare Montevideo das Café des Schriftstellers Eduardo Galeano besuchen) mit dem Flieger, denn anderst ging es sich leider nicht aus, nach São Paulo geflogen. Kränkelnd verschanzte ich mich erstmal in die teure Jugendherberge und kurierte mich aus. Nach 2 Tagen ging ich ins Krankenhaus um mich überprüfen zu lassen. Von einem Haufen junger Supermodels (keine Lüge!) wurde ich dann zutraulich Betreut. Laut Bluttest habe ich nix, mir gings da auch schon viel besser -ob das an den jungen Ärtztinnen liegt?- und so konnte ich am nächsten Morgen zu meiner Eiltour nach Rio de Janeiro aufbrechen.
Schwitzend im schwer gefundenen Hostal angekommen, bestieg ich gleich den halben Zuckerhut. Von der Spitze hat man einen unbeschreiblichen Ausbuf den schönsten Sonnenuntergang der Welt. In der Szenerie des hügelvollen Rios und der winzigkleinen Jesusstatue mit den Wolken rundherum konnte ich meinen Aufbruch nach Europa der sich mir am nächsten Abend nähert garnicht glauben.
In der Nacht versuchten wir dann (ein paar aus dem Hostal) Rios Nachtleben kennen zu lernen. Der angebliche "Gratiseintritt mit einem Buch" in eine Disko hat nicht funktioniert, es waren einfach zu viele Leute. Vor dem Klub konnte man sich um 1-2 Euro noch schnell ein Buch kaufen. Irgendein Liebes-Sachbuch bekam ich und konnte es glücklich beim Taxifahrer anbringen, der uns nach unserer Erfloglosen Barsuche zurück zum Bett brachte.
Am nächsten Tag stand ich schon früh zu Füssen der wohl berühmtesten Jesusstatue der Welt (mit einem peruanischen Pärchen -endlich wieder spanisch!- und einem spanischsprechenden Rio-Typen, der mit uns nun das zweite mal oben war). Danach machte ich mich jediglich mit Badehose, Handtuch, wasserdichter Uhr und ein wenig Geld zur wunderschönen Copacabana auf.
Schwarze Körper, nur von dünnen Schnüren, ein ganz klein wenig Stoff und viel feinem, sauberen weissen Sand bedeckt. So hatte der eigentlich recht volle Strand garnicht dieses übliche ungute Gefühl des Bedrängtseins, sondern vielmehr musste ich meine Augen festhalten, damit sie nicht den ganzen lebenden sonngebräunten Pinups nachhupfen. Und trotz des regen Tranport-Schiffverkehrs, ist das Wasser sauber! Wirklich unglaublich.
Dann musste ich mich aber schon beeilen, denn in weniger als 8 Stunden sollte ich am Flughafen São Paulos sein um meinen Billigflug nach Köln zu erwischen. Der Flughafenstreik betraf mich zum Glück nicht -nur den Nationalen Flugverkehr. Und so konnte ich den fussbiegenden Flug zum Kölner Dom mit einer Stunde Verspätung in Angriff nehmen.
Die teure Jugendherberge am anderen Ende der Zug-Brücke ist sehr schön. Nach einem Kebab und Anrufen im fernen Ecuador konnte ich mich beruhigt hinlegen um am nächsten Tag die Stadt zu besichtigen. Am Abend ging dann mein Nachtzug nach Wien Westbahnhof (die scheiss Schlafwagen sind lebensgefährlich!) wo ich gleich mal mit der U-Bahn schwarz nach Hause fuhr.
Am Nachmittag gabs Familienbesuch bei der Gitti und am Abend traf ich dann erstmal Sandra, Stefan, Manuel und dessen "neue" Freundin Steffi. Am nächsten Abend gabs dann eigentlich nur ein Treffen mit dem Skaterphil (der mittlerweie David Hasselhof) und dem Murat, die sich aber in ein gutes Duzend verwandelten.
Fast der komplette Freundeskreis kam zu besuch, ich war schlichtweg erstaunt und erfreut gleichzeitig. Ich lauschte den gegenwärtigen Lebenssituationen -ORF & ATV, Astrophysik, Architektur, Wirtschaft, Informatik, Journalismus,... die Graphische hat ja eine ach so gute Ausbildung mit Zukunftschancen -in allen Bereichen! ;-)
Also bin ich nun wieder in Wien - ohne Handy.
Vielen Dank an alle die mich willkommen hiessen, wir sehen uns!
5.4.07 22:23


In Europa angekommen und schon verliebt?

Es ist unglaublich. Nach so viel indirekten Kontakt und mehr als 4 Stunden warten habe ich mich verliebt. Immer nur "über" oder "von" ihr geredet, aber nie mit. Und jetzt ist es so weit und denke ernsthaft darüber nach, mein Leben mit ihr zu verbringen...
Angefangen hat alles schon recht früh, ich glaube an der Grenze Perú-Bolivien. Seit dem traf ich mich immer öfter mit ihr.
Die Minen Potosís waren unglaublich interessant. Der Führer, einer der wenigen, die bissl was gegen den Morales haben, führte uns zu Sprengungen, welche tatsächlich den ganzen Berg zum beben bringen! Das Gefühl ist ärger als bei einem Drum&Bass-Festl im Flex (soweit ich mich an diese weit zurückliegende Zeit erinnern kann). Die Minenarbeiter arbeiten tatsächlich immer noch (und das nicht nur wegen des Tourismus! wie ich anfangs dachte), sozusagen abkratzend was die Spanier (bzw. Engländer) übrig liessen. Nachmittags trank ich zwei Batidos auf dem angeblich höchsten Aussichtsturm der Welt (ca. 4000m), mit einer Sicht auf die Müllkippe der Spanier. All der Sondermüll der Bergwerke ist auf der einen Seite des Berges angehäuft, aus dem nun versucht wird, mittels Uralten und verrosteten Maschinen das letzte aus dem Kies zu holen (Zinn, Kupfer).
Danach folgte einer meiner schlimmsten Nächte, und der Begin einer unvergesslich schweren Reise. Ich rate niemanden einen Nachtbus von Potosí nach Uyuni zu nehmen. Der kluge Andi hat kurz vorher noch ein kleines in Fett gebadetes Brötchen gegessen. Somit hatte ich durchgehend Bauchschmerzen in einem Bus, scheinbar aus dem Jahre als die Spanier die Minen eroberten. Zumindest hatte ich einen netten Sitznachbarn der mich, während der Pausen, welche durch den starken Regenfall verursachten natürlichen Strassensperren zu Stande kamen und glücklicherweise das ohren- und körperbeteubenden Ratterns des Buses unterbrachen, unterhielt. Auch das Benzin ging aus, was den Chofer zwang ins nächste Dorf zu laufen und welches zu besorgen. Nach mehreren spektakulären Anschiebversuchen schafften wir den Motor auch wieder an zu bekommen.
In Uyuni angekommen, borgte er mir netterweise ein Klo (seiner Agentur, er ist Reiseführer), und half mir bei der Auswahl der vielen Reiseagenturen. Mit viel Hintergrundwissen die Infos der Agenturen hinterfragend, fanden wir mir ein relativ billiges Angebot.
Der Salzsee ist unglaublich! Der Horizont verschwindet im Himmel und es scheint keinen Boden zu geben. Alles in weiss (durch das Salz) getaucht, entsteht ein starker Kontrast des mit einem zentimeterdicken Wasserfilm bedeckten Boden und den Personen die auf diesen herumlatschen. Aufgrund der aktuellen Regenzeit, steht alles unter Wasser und so konnten wir aufgrund der Gefahr stecken zu bleiben nicht bis zu Insel im Salar fahren.
Aber es hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Hier lernte ich schon die zwei Deutschen und später die zwei tiefitalienischen Engländer kennen, mit denen ich meine Reise in Uyuni fortsetzte.
Aus Uyuni herauszukommen ist übrigens ein schwieriges Unterfangen. Am selben Tag gab es keine Verbindungen in den Süden mehr. So ging unsere Reise um 6 in der Früh los. Zuerst mit einigen rammelvollgestopften Jeeps und dann mit einem Bus weiter. Der Buschofer hatte es nach etlichen brutalen Versuchen endlich geschafft die Gangschaltung komplett hin zu machen. Der Bus blieb stehen und wir (Ulla, Natalia, Luca, David und ich), schnappten uns unverschämterweise eines der vorbeifahrenden Jeeps und liessen die Busgruppe und den Fahrer in der Pampa stehen. Auf der kurvenreichen Strecke, schaffte es unser neuer Fahrer dann auch noch seinen Wagen eine Delle zu verpassen indem er in der einen Kurve einen Bus schräg rammte. Hochglücklicherweise fuhren wir auf der "richtigen" Strassenseite, da es uns sonst warscheinlich die leitplankenlose Schotterpiste links runter geschmissen hätte, was, um zu untertreiben, fatal ausgegangen wäre. Nach einer längeren Diskusion mit der kompletten Belegschaft des Buses und unseres Fahrers, konnten wir weiterfahren. Auf meine Frage hin, ob unser Fahrer eine Versicherung hätte, meinte er, dass die Personen versichter sind, das Auto nicht. So werden beim autoausborgen in Salta in einem Auto für 5 Personen mystischerweise auch nur 3 davon versichert.
Uns durch die atemberaubende Landschaft kämpfend (Tupiza übers trockene Flussbeet betretend) verpassten wir den Anschlussbus und kamen nach einem weiteren Zwischenstop (ein benzinloser Bus versperrte unseren Weg, netterweise saugte unser Buschofer für den anderen) endlich in das schreckliche Grenz-Durchzugsörtchen Villazon. Wir liessen uns am Vorabend nicht davon abschrecken hinzufahren, obwohl uns gesagt wurde dass die Grenze Sonntags geschlossen sei. "WAS?"
Sie war um es genau zu nehmen nicht geschlossen sondern irgendwie verhindert. Nach 4,5 Stunden Schlangewarten konnten wir endlich argentinischen Boden betreten. Es war ein unbeschreiblich erleichterndes Gefühl. Einerseits da es schon heiss erwartet wurde und andererseits weil das argent. Grenzdorf einen Himmel, im Vergleich zu Villazon, darstellte. Unglaublich, das nur die Grenze überschreitend, schon so krasse Unterschiede bemerkbar sind. Für unserern Kleintrupp ging es weiter nach Salta.
Dort wartetede schon Moritz, ein Freund der zwei deutschen Mädls (seit einigen Tagen) auf uns. Rasch den falschen Typen aufgeweckt stifteten wir in dem Hostel schnell grosse Unruhe.
Nach Stadt und Umgebung zu besuchen, fuhr ich mit einem Luxusbus in das unvorstellbar riesengrosse übereuropäische Buenos Aires. Hier gibt es warscheinlich mehr Theater und Kinos auf einem Haufen als in ganz Wien zusammen. Auf der einen Einkaufstrasse zählte ich in 5 Minuten 5 Kinos beim langsamen dahinschländern! Eine argent.-spanisch-Kooproduktion empfehlenswerten Film "El Labertinto del Fauno" angesehen und nun sizte ich in einem Vorort von Buenos Aires namens Tiger (Tigre).
In zwei Tagen befahre ich den atlantischen Ozean mit dem Schiff, nach Montevideo, um zu meiner Liebe zurückzukehren und dann muss ich über Sao Paulo zurück nach Europa.
An alle ganz liebe Grüsse, man sieht sich bald wieder!
23.3.07 22:23


Kartenzückender Werwolf raubt Sicht

Nach zu langer Zeit werde ich nun versuchen meine Erlebnisse seit Cusco zu schildern und mir tun jetzt schon alle Augen leid, deren Gehirne vor haben diesen Beitrag bis zum Ende zu lesen.
Es ist viel geschehen. Und um mit etwas nichtgeschehenem anzufangen: das Treffen mit den 2 feschen Franzessen fand nicht statt. Der brave Andi hat 2 Stunden am schönen und sonnigen Hauptplatz Cuscos gewartet (denn im spanischen ist 12 und 2 sehr ähnlich: "doce" und "dos").
Dafür traf ich am nächsten Abend zufällig die zwei österreichischen Vorarlberger. Und hops sind wir gleich mal das sagenumwobene peruanische Bierchen trinken gegangen. Sagenumwoben, da man munkelt dass das 1 Liter Pilsen mit Reis gestreckt sei. Nun, wir tranken seelenruhig das gute Cusceña.
Am nächsten Tag fuhren Stephan (der eine) und ich, "der andere" war "verhindert", nach Moras. Ein etwas kompliziert und teuer zu erreichendes kleines Dörfchen in der Pampa zwischen Cusco und der "Valle Sagrada" auf der Villa Chinchero. Da Aufgrund des wenigen Tourismus (alle sind am Machu Pichu, stelle ich mal so etwas neidisch fest) keine öffentlichen Verkehrsmittel verkehren mussten wir ein Taxi nehmen, welches ich von 70 auf 40 Soles runterhandeln konnte -und es wäre noch weiter gegangen.
Also mit dem Taxi zuerst zu den mysteriösen Kreisen von Moray:
Angeblich sind sich die Wissenschaftler nicht sehr einig, wofür die Kreisförmigen Etagen gebraucht worden sind. Der nordamerikanische Journalist den wir dort trafen, erklärte uns dass die aus dem Amazonasgebiet stammenden Samen, die bei Ausgrabungen gefunden wurden, annehmen lassen, dass die Inkas dort experimentiert haben, unter welchen Umständen usw. die unterm anderem Heilbringenden Pflanzen am besten wachsen. Jene Samen sind normalerweise nicht in dieser Umgebung anzuteffen und haben medizinische Wirkung.
Jedoch gibt es auch kleine Ruinenreste, die an ein zeremoniales Zentrum erinnern. Nun, kein weis etwas, man kann nur vermuten.
Unbestritten ist aber, die grosse Arbeit die nötig war, diese riesigen Ovale und Kreise zu konstruieren.
Danach fuhren wir zu den Salzbergwerken von Maras:
Hier wird mit einer Technik das Salz abgebaut, die noch aus der Inka-Zeit stammt. Ein kleiner Fluss aus dem Berg, wird in verschiedene Becken geleitet, in dem das Wasser durch die Sonne verdampft und das Salz zuruckbleibt.
Wir waren zur Regenzeit dort, aufgrunddessen arbeitete keiner auf den Feldern. In der Verpackungshalle, wo das Salz per Hand verpackt wird um es unter anderen bis nach Korea zu schicken. Entweder ist Salz dort sauteuer, oder in Maras wird es saubillig fabriziert. In dem nahen Dörfchen Maras lebt der grossteil von der Salzfabrikation. Fast alle Bewohner haben zumindest 2-3 Becken. Die "besseren" schaffen es bis zu 50, man könnte schon fast sagen "Grossgrundbesitzer".
Bezahlt wird von der Firma monatlich pro abgelieferten Quintal, was ca. 100 Euro Montasgehalt wären (bin mir nichtmehr ganz sicher). Von dem Geld kann man sich also zumindest Essen kaufen. Nebenbei arbeiten viele auch noch auf Plantagen, mit Kartoffeln, Quinua (der Inkapflanze=kleine Körner, oft in der Suppe oder wie Reis gegessen) usw.
Am späten Abend endlich zurückkommend, traf ich mich dann, per email Treffpunkt ausmachend, mit meinen 2 Franzessen. Hops ging es zuerst auf ein Bier und später in eine übervolle Disko am Hauptplatz. Viele Leute haben mir im vorhinein Angst vorm Weggehen in Cusco gemacht. Man erzählt mir dass Schlaftropfen ins Bier getan werden, um den Touristen in Ruhe ausrauben zu können.
Nichts dessen geschah. Viel besser: Der vierzigjährige Typ hinter der Kleiderabgabetheke, hat seinen besten Job gefunden. Jeden Abend ist es seh laut in der Disko, er aber hört nichts davon, er ist taub. So konnte ich, zu unser beider Euphorie, meine in Pedro Carbo erlernete Zeichensprache anwenden -oder das etwas das noch übrig war. Auf jeden Fall haben wir beide uns sehr gefreut.
Den ganzen nächsten Tag gings nach Puno, der Hafenstadt am Titicacasee. Besucht wurden die "Islas Flotantes", schwimmende Inseln aus schilfähnlichem Material. Zu touristisch. Später fand ich in der "Casa del Corregidor" eine franz.-peruanische ONG (NGO) an. Mit der franz. Voluntärin ging ich dann am Abend im trubel und Schaum des Karnevals (uns hat es auch ganz schlimm erwischt -aber zum Glück trocknet Rasierchaum auf Kleidung schnell) auf ein Bier, und am nächsten Morgen zu den beeindruckenden Grabtürmen von Sillustani.
Am Nachmittag fragte ich mich zu den nicht sehr bekannten Petroglyphen im "Salcedo", einem Randbezirk Punos, durch. Noch von den Wandmalereien in Sumbay (Perú) gefesselt, waren diese reliefartig in den Stein gehauenen Formen von vor 6000-6500 Jahren überwältigend. Der Hotelbesitzer, der Hauptberuflich Archeologe ist, hat mich mit Begeisterung darauf aufmerksam gemacht.
Es ist so komisch, dass die verschiedenen Menschenfiguren und Llamas sich in Rechtecken befinden. Es können vielleicht 5 Familien, mit deren Gut darstellen - also dokumentarisch (wie fortschrittlich, nicht?).
Ein Junge der mich hinbrachte, meinte weiter oben eine Inka-Hand in einer Höhle gefunden zu haben, die ich aber vergeblich suchte. Im Regen starken Regen die Berge rauf und runter laufend(!!) fand ich leider nur eine leere Höhle.
Am Abend wurde ich von der Französin zu Crepes eingeladen, mmmmhh, lecker! Und das erste mal Crepes mit Wurst gegessen. Komisch, aber gut.
Der nächste Tag war wieder abseits des Tourismus, schon am Wege nach Bolivien, fuhren die Französin und ich über Acora und Santa Rosa nach Copamaya, 3 Felseinbuchtungen der Inkas am Ufer des Titicacas suchend.
Den recht unspektakulären "Löcher" den Rücken zuwendend hatten wir eine atemberaubende Aussicht auf die Weiten des gigantischen Sees. In Begleitung zweier Copamayas, die uns netterweise hinaufführten -sie hatten an diesem Sonntag ihren arbeitsfreien Tag, der sich mit den Eltern und Geschwistern Abwechselt. Der kleinere konnte verdammt gut mit seiner Steinschleuder umgehen, und besorte uns fast das Mittagessen (Hase oder Vogel).
Die schöne gelb-grüne Küste entlang, fuhren wir weiter über Ilama nach Juli, einem Dörfchen nahe der Boliviengrenze mit 4 grossen Kirchen. Zur Feier des Karnelvals (oder sonst was) waren fast alle in Trachten gekleidet .... und betrunken und unfreundlich. So genoss ich meine ersten äusserst schlechten Eindrücke Boliviens (viele waren von der anderen Seite).
Per nächtlichem dunklem Autostop bis nach Yunguyo gekommen, von wo ich am nächsten Tag nach Copacabana (in Bolivia) fuhr.
Im Bus nach Copacabana, traf ich ein Argentinerpärchen, welches ich schon in Paracas (Perú) traf. Fröhlich uns wieder zu treffen, luden sie mich nach Buenos Aires ein und empfahlen mir ein günstiges Hostal in Copacabana, was in der teuersten Stadt Bolivien bestimmt schwer gefallen wäre.
Bei strömenden Regen einquatiert und ein bissl dem kleinen Dörfchen umgesehen. Abgesehen von viel Essen und Reiseagenturen, gibt es am Hügel die berühmte Virgen (Jungfrau). Auf der Spitze des Hügels ankommend, hat man die Möglichkeit Miniaturen von Häusern, Autos oder sonstigem zu kaufen, die man der heiligen Jungfrau schenkt. Wenn alles Richtig gemacht worden ist (Name, Adresse, Telefonnummer gut leserlich im Geschenk versteckt) wird diese Miniatur einmal ganz real - viele Leute schwören drauf! Mir waren die Dinger doch zu teuer -so viel wie ein teueres Mittagessen um die 15 Bolivianos.
Am nächsten Tag auf die Isla del Sol:
Fast den ganzen Tag die Hütte des von einem Chilenen empfohlenen DON TOMAS gesucht. Es gibt zwar nur einen Thomas auf der Insel, jedoch wird man einmal dort einmal dorthin geschickt.
Ein alter Inselbewohner der Südspitze führte mich dann freundlicherweise hin. Anwesend war nur der Mauro, ein argentinischer Junge, "die offenen Adern" lesend. Um es kurz zu machen: Ich hatte 3 wunderschöne Tage, gelebt so, wie ich es mir früher schon immer gewunschen habe und es schon der H.D.Thoreau vormachtre: Ohne Strom, ohne Fliesswasser. Die einzigen Luxuse waren das Gas aus der Flasche und die Abend-/Mittagsessenseinladung des lieben alten Don Tomas, am Grill. Gekocht und gegessen wurden kleine Fischlein (ganz, auch mit Eiern und Kopf), frische selbstgepflückte Kartoffeln (ein Genuss sag ich euch!!) und gekochter Karotten-Zwiebel-Salat. Es war sehr lecker aber auch sehr wenig. Es war einer der Höhepunkte auf der Insel meiner Reise, super ruhig, zumindest zwischen den lauten Ausrufen des Don Tomas "MAUUROOO", und schön.
Und pro Nacht eine unvorstellbare Summe von 10 Bolivianos (1 Euro!!) gezahlt. So ist auch das Essen und alles andere unvorstellbar Billig. Um 4 Bolivianos esse ich frisch und gut am Markt, um 6bs bekommt man ein ganzes Menü.
Don Tomas hat mit seinem Boot die vier Argentinerienen und mich von der Insel nach Copacabana gebracht. Den vier Mädls im G´nack sind wir nach La Paz, in die 15bs Absteige "El Universo". Die vier haben gerade Uni-Ferien und verdienen sich ihre Reise finanziell während der Reise. Auf der Insel haben sie fleisig Schmuckstücke gebastelt, die sie in La Paz verkauften. So sind hier verdammt viele junge Leute unterwegs -toll!
Wie ein Werwolf, verbrachte ich mein Leben in La Paz unter Tags wie ein armer Rucksackreisender, sparend wo es geht, um mich dann Abends in den Mastercard-zückenden Millionärssohn in den Luxushotels speisend, zu verwandeln. Um mich etwas unmoralisch zu verteidigen: Diese Luxushotels sind nicht so teuer! 5bs für einen Kaffee zahle ich in jedem x-beliebigen Touristenlokal (seltener Maschinenkaffee wohlgemerkt). Ändert zwar nichts daran, dass ich mein Geld bei den Reichen lasse, aber "in einer Demokratie muss man sich nicht erklären wem man sein Geld gibt" (frei zitiert von R. Steiner).
La Paz selbst liegt in einer grossen Senke, was (Oriana recht gebend) einem Nachts das Gefühl gibt, viele Sterne greifend nahe zu haben. Denn die vielen Lichter der Häusser die zum angeblich gefährlichen "El Alto" raufführen umrunden einen die ganze Nacht über. Noch dazu wenn man in einem dieser Luxushotels im 15ten Stock seinen Kaffee trinkt, ist es ein wahrhaft schwebendes Gefühl.
Gleich am ersten Abend besuchte ich das Kino, und sah mir unerwartungsvoll Infiltrados (The Departed) an und kam aus dem Saal aufgewühlt und euphorisch heraus. Vielleicht war ich dehydriert, wer weiss- auf jeden Fall war ich total aus dem Häusschen.
Weniger aus dem Häusschen war 2 Tage später in Tihuanaco. Es ist auf jeden Fall ein wichtiger archeologischer Ort und interessant auch, aber nach ganz Perú bin ich von der Inka-Geschichte doch schon langsam gesättigt.
Umsomehr war ich von meiner Gratisimpfung beeindruckt. Bolivien spritzt alle und jeden, wer auch immer, gratis das Gelbfieber (welches man zur Einreise nach Brasilien braucht). Nur der Internationale Impfschein kostet seine 60 Bolivianos (aber wer Reisen möchte, hat sowieso Geld). So gut das Impfen organisiert ist -innerhalb von 2 Minuten war ich fertig (schneller als in Wien)- so schlecht ist die Impfscheinausgabe geplant. Man muss bis um ca. 11.30h warten bis die Impfscheine aus der Druckerei ankommen.
Während dem Warten bin ich etwas herummarschiert und bin dann auf eine laaange Menschenschlange gestossen. Alle mit ihren Gastanks warten sie auf die Gaslieferung. "Wir haben so viel Gas, und doch keins", erklärt mir ein Mann in der Schlange. Bolivien hat grosse Gasvorkommen, aber es wird scheinbar so viel exportiert, dass das Volk (darunter sind alte Frauen, die bei uns im Alterheim vermodern würden) jede Früh auf die Strasse muss um auf den bewachten Gas-LKW zu warten. Nicht einmal die Strasse wird abgesperrt, um zu verhindern dass die Schlange unabsichtlich durch einen Raser geteilt wird.
Tja, da fehlt wohl noch kräftig Arbeit des so geliebten Evo Morales, dessen Liebesbeweise überall auf den Mauern verteilt sind. Ist er doch nur Populist? Die Meinungen spalten sich.
Vom Hugo Chavez sagt man, er verkleide sich als armer Mann und besuche so die Spitäler, um zu sehen ob alles in Ordnung abrennt. Hinter jeder Sage steckt etwas Wahrheit, heisst es.
Nun bin ich in Potosí, der ehemaligen Silberhauptstadt der Spanier. Der "Cerro Rico" (Reiche Berg) hat tatsächlich, wie so oft beschrieben, eine förmlich perfekte Kegelform. Die Zeit,... der Mensch nagt am Berg. Auch die Oberfläche scheint man abzutragen. Ich frage mich ob in 20 Jahren der Berg noch einer ist.
Morgen werde ich nach Dynamit und Coca kaufen, das innere der Höhlen beklettern (Touristentour).
Somit lasse ich eure armen Augen ruhen, gratuliere jedem einzelnen Augenpaar für seine gute Leistung (meine tun mir schon weh) und hoffe dass es sich für das schleimige Ding hinter den Augen ausgezahlt hat. ;-)
Da mich eure Blicke nicht töten können, gebe ich euren Augen noch ein bissl Futter:
www.8ung.at/andreas.dittrich/Ecuador/Reise/
14.3.07 02:07


Nasca-Arequipa-Cusco

Nach meinem unglücklichen Versuch des Sandbaordens, bin ich mit einem Collectivo (kleiner PKW, in dem so viel mögliche Leute reingedrückt werden wie möglich - aja, sowas wie "Fahrgemeinschaft" nennt man das in Österreich) von ICA nach NASCA gefahren. Der Fahrer hat mich gleich am Flughafen abgesetzt, bei einer Gesellschaft, ich nehem an seines Freundes. Dann ging alles sehr schnell: "Quiero hacer un vuelto sobre las lineas", sagte ich dem Schaltertypen und hops bin ich auf einem Mopet gesessen und am Weg zum Flieger. Dort warteten schon seit 3 Stunden 2 Amerikanerinnen, einen Info-Film über die Linien betrachtend. Glücklich über das Erscheinen des fehlenden Fluggastes (damit sich das abheben auszahlt), gings gleich los. Die 132 Soles sind mir gierig aus der Hand gerissen worden und kaum dass ich schauen konnte sind wir hoch über Omis-Sitzpolster-flachen Steppe geflogen.
Die Nasca Linien sind eine grosse Frage der Südamerikanischen Geschichtsschreibung. In der trockenen Wüstenebene nahe der Satdt Nasca wurden vor einigen Jahrzehnten riesiege Figuren in die Erde gezeichnet gefunden worden. Die deutsche Forscherin Maria Reich ist trotz ihres Todes in ganz Nasca mehr als präsent. Jeder Bewohner, und das ist wirklich verwunderlich, kann diesen (wohlgemerckt) deutschen Namen RICHTIG aussprechen. Mich sah man komisch an, als ich fragte wo das "Planetario de la Maria Reitsch" sei, denn so würde man den Namen ja im spanischen aussprechen. Nach dem teuren und vielleicht etwas unnötigen Überflug der Linien, war die Stadt wie ausgestorben (so gegen 13.-16.00Uhr). Schwer fand ich mir ein Restaurant wo es dann sogar was vegetarianisches gab.
Aus Nasca ging es dann weiter in die "weisse Stadt", Arequipa. Der Spitzname stammt von der Farbe der Mauern der schönen Kolonialbauten, die hauptsächlich (oder nur?) aus Vulkangestein gebaut ist. Ich bin verzauber worden von dieser Stadt, ein Schmuckstück!
Mein einziger Grund weshalb ich nach Arequipa gekommen bin, abseits der Stadt selbst, waren die Höhlen von Sumbay. In dem von Reiseagenturen nur so wimmelnden Gässchen der Stadt, fand ich EINE kleine Agencia, die mir abseits ihres normalen Programmes eine private Führung angeboten hätten. Glücklicherweise waren die aber sehr nett. Sie erklärten mir wie ich alleine hinkomme, weil sich eine Führung weder für sie noch für mich auszählte. Und so fuhr ich schnell zum Terminal um ein Ticket für den immervollen Bus um 6.00Uhr in der Früh des nächsten Tages zu kaufen. Ich traf auf eine Menschenhorde, zusammengefercht auf den oberen schmalen Stock, da unten gerade geputzt wurde. Nach einer Stunde am kalten Boden hockend und lesend konnte ich dann endlich erfahren dass ich "einfach morgen komme und einen Bus in Richtung Puno nehmen solle, der mich dort aussteigen lässt". Toll, am nächsten Morgen bin ich leider enttäuscht worden, die Busse nach Puno haben ihre Route geändert. Also kaufte ich bei der selben verschlafenen Frau mit der Falschinfo mein überteuertes Ticket nach Sumbay für den nächsten Morgen um 6.00Uhr. Andere Busse gibt es auch: 1.00 und 3.00Uhr in der Früh. Bei einer Fahrzeit von ca. 2 Stunden kann sich jeder selbst ausrechnen wann ich in dem winzigen hochgelegenen Dörfchen ankäme.
Nun, alles um den einen Tag verschoben schaute ich mir eben die schöne Stadt Arequipa an. Unter anderem das märchenhaft bunte Kloster der "Santa Catalina". Die 30 Soles Eintritt (4 Sol = ca. 1 Euro, ich habe mich informiert!) haben sich ausgezahlt!
Am nächsten Morgen um 5.00Uhr den Wecker gegen die Tür geschmissen und mich blind zu meinem Gewand geschliffen. Den Bus erreicht und den Ausstieg verschlafend fast verpasst. In Ecuador sind die Schaffner so klug und aufmerksam. Vielleicht werden sie deswegen dort "Oficial" und in Perú nur "Cobrador", was so viel wie Geldeintreiber heisst, genannt.
Nun die 30 Minuten zur Weggabelung zurückgewandert und dann unsicher ob ich richtig bin die 45 Minuten zum Dorf hinuntergeschlendert. Ausser Atem bin ich gleich beim Dorfeingang von einer älteren Frau darauf aufmerksam gemacht worden dass ich flasch bin. Nein, Scherz, dass sie die Schlüssel für die Höhlen hätte und das Ausborgen (Eintritt) 3 Soles kostet. Da die Kinder gerade Ferien haben, müsse ich allein zu den Höhlen. Na gut, der Weg sei eh gut ausgeschildert.
Stimmt. Zur Schlucht hinabsteigend, bekam ich dann ein mullmigen Gefühl. Meine Armhaare stellten sich auf und jedes kleine Geräuschchen liess mich zusammenzucken. Die Stimmung ist einzigkartig, alleine so einem mystischen Cañon zu durchstreifen. Bei der "Area-51"-artig abgesperrten Höhle sah ich mich erstmal gut um und öffnete dann die 2 Schlösser ganz schnell. Liess sicherheitshalber meine Wasserflasche draussen stehen und nahm die Schlösser mit rein - man weiss ja nie... Normal bin ich nicht aberglaubisch, aber dort... ich weiss nicht....
Die Wandmalereien waren beeindruckend. Vor 8000 Jahre sollen hier menschenähnliche Wesen gestanden sein und diese Figuren hingemalt haben? Unglaublich. Ich setzte mich hin und ass mein Brötchen und stellte mir vor wie es wohl für diese Urmenschen gewesen sein muss in diesem vor Regen und wilden Tieren sicherenen aber sehr kalten Ort zu leben. Oder war es nur für rituelle Zwecke?
Ich bin, wie ihr bestimmt merkt sehr beeindruckt gewesen. Nun kann ich Egon Zimpel auch vollauf verstehen seine Reisen und Filme gemacht zu haben.
Aus der Höhle raus, alles wieder gut zugesperrt gelassen, bin ich den Cañon rauf und runter marschiert um noch einige andere Malereien zu entdecken. Wobei ich mir nichtmehr sicher war, ob diese dann auch so alt seien. Immerhin habe ich es auch auf einer anderen Wand ausprobiert ein Llama und einen Menschen zu zeichnen.
Macht nix, die Natur war selbst so beeindruckend. Die vielen verschiedenen Felsformationen machten mir mit der Zeit nichtmehr so viel Angst und schlussendlich bin ich über die Steine, runter zum grossen Fluss wie ein kleiner Steinbock gehopst.
Später kam ich mir vor wie im wilden Westen. Die alte Eisenbrücke (die irgendwo doch das Dynamit versteckt haben muss), die Steppe oberhalb des Cañons, saubergenagte Knochen und Schädelknochen, der alte verwachsene Friedhof mit der alten verfallenen Tür, mein Rückweg entlang der Schienen und das ankommen in dem vom Leben verlassenen Ort Sumbay mit seinem einstig bestimmt wichtigen Bahnhof haben mein Gefühl nur verstärkt in einem John Wayne Klassiker zu sein.
Das Dorf scheint am aussterben zu sein. Obwohl Schulferien sind, müssten doch zumindest ein oder zwei unter 50jährige Menschen in diesem Dörfchen sein. Ein einstiger Lokführer, der nun Taxifahrer in Arequipa ist, hat mir erzählt dass unter der Präsidentschaft des Japaners die staatliche Eisenbahnlinie an eine chilenische Privatfirma verkauft worden sei. Seit dem ist er Taxifahrer, denn das Personal wurde komplett neu besetzt und seit dem hällt der Zug auch in keinem Ort mehr, da er nurmehr Güter transportiert. Hier kann ich mein aktuell lesenedes Buch "Die offenen Adern Lateinamerikas" sehr gut "visualisieren" und verstehe den Galeano besser.
Nun gut. Am nächsten Tag wollte ich endlich die Fotos ins Internet laden, die billigen Internettarife Arequipas ausnutzen (60 centimos pro Stunde!!). Doch der blöde 8ung-Server funktioniert nicht, auch jetzt noch kaum. Während ich diese Zeilen schreibe muss ich mich mit diesem schrecklichen WebFTP herumärgern.
Ich hoffe euch, bald die Bilder zeigen zu können:
www.8ung.at/andreas.dittrich/Ecuador/Reise/
In Arequipa, am Wege zu meinem Hostal, bin ich von hinten von einer jungen Frau überfallen worden. Es war die hübsche Franzosin die wir in Huaraz kennengelernt haben. Da ich schon mein Ticket nach Cusco hatte, verabschiedeten wir uns mit der Abmachung uns am Montag am Plaza Mayor Cuscos zu treffen.
So weit bis jetzt. Alles liebe an alle, ich nähere mich stätig an Europa,
Andi
25.2.07 20:02


Nordperu

Heute früh bin ich aufgestanden mit der Meinung den ganzen Tag Sandboard zu fahren. Spätestens nach dem 2ten mal Brett raufzahn hab ich es dann doch lassen müssen. Die Schwierigkeiten sind:
1. Neben seinem Körper und der äusserst wichtigen 2 Kilo-Wasserflasche, das Brett zu tragen. "Zu tragen" hört sich zu einfach an. Es geht darum, dieses auf einer Sanddüne zu vollführen. Das heisst jeden Schritt zweimal machen zu müssen da der Sand hinunterfliesst sobald man sein Gewicht darauf verlagert.
2. Intelligenzbolzen Andi began am frühen Vormittag. Mit der Zeit kommt die Sonne jedoch doch zur Geltung und nebenbei gesagt findet all dies im Wüstengebiet (nahe ICA) statt.
3. Der Sand erwärmt sich potenziell zur Sonneneinstrahlung. Brennend heisser Sand vergräbt sich in den verschiedenen Kleidungs- und Körperlöchern. Sowas wünscht man sich vielleicht beim Snowboarden, hier nicht.
4. "Aber wenn ich dann oben bin, hach, dann gehts runter". Runter: ja. Schnell: nein. Die Sanddünen sind an der Spitze steil und werden nach unten hin flacher. Auch wenn man die höchste Spitze beklimmt, es sind jediglich die ersten 10-12 meter möglich "zu baorden". Danach gibts anschieben, springen, ärgern, schwitzen und fluchen.
Irgendwie wundern mich meine Kopfschmerzen nicht die ich dann hatte und bin aus dem teuren HUACACHINA zurück nach ICA in eine etwas billigere Unterkunft um morgen weiter nach NAZCA zu fahren.

Nach dem Besuch des Kunstkino "San Martin"s in LIMA, wo es japanische Animes über die franz. Revolution, inkl. Österreich und Maria Antoinett gab, bin ich am nächsten Tag mitsahmt Hotelschlüssel nach PISCO bzw. PARACAS gefahren. In dem kleinem Touristenfischer-Dorf war es etwas schwer ein Zimmer unter 20 Soles zu finden. Über den bekannten "el loco Pollo" (das verrückte Huhn) kam ich dann zum "Tablon" (grosser Tisch), wo ich von einem 24 Jahre jungen "Adler" (sein Name) vieles über die Inkakultur erfuhr. Unter anderem dass einmal im Jahr, nahe AREQUIPAS ein Pforte zu einer fremden Welt eröffnet wird, durch die schon 2 seiner Freunde durchmarschieren sehen hat, die nie wieder kamen. Die Pforte werde ich mir ansehen (das habe ich sowieso geplant gehabt) aber leider zur falschen Zeit. Es soll angeblich 3 Jahre dauern um den genauen Tag errechnen zu können wann die Pforte offen ist.

Nach diesem interessanten Gespräch (der junge hat mir Sachen über mich erzählt, da hatte ich zwar nicht Angst, aber sehr verweundert hat es mich schon- aber es war wie ein Horoskop, oder nicht?...) schluf ich in meinem kleinen 5 Soles benzingestankzimmer um am nächsten Tag zu den Balneario-Inseln zu fahren. Am Weg sieht man eine nazcaähnliche Riesenmalerei an einem Ufer und .... eine Riesenquale! Eine ca. 3 meter lange Quale schwomm unter unserem Boot vorbei - unglaublich. Auf den Inseln selber haben wir Seelöwenbabys und Eltern, kleine humboldsche Pinguine, lustige Vögel und einen Parkwächter gesehn. Süsse Tiere.
Im wüstigen aber tollem Nationalpark danach sieht man eine Felsformation ("Cathedrale") ... und die eben vorbeischwimmenden Delfine!!! Ganz tolle schnelle Tiere! Leider aber nur von sehr weit weg gesehen.

Ich habe vergessen zu erzählen dass ich von LIMA aus auch noch nach PACHACAMAC gefahren bin. Eine Ausgrabung im Süden der Hauptstadt. Die Führerin, eine stark überteuerte Raucherin die von meinen Augen faszinierter erzählte als von dem riesigen Sonnentempel der Inka, von dem sie leider weniger wusste. Empfehlsamer vielleicht eine Tour aus Lima zu buchen. Die Anfahrt ist auch unkomplizierter.
In Lima gibt es gerade von der Deutschen Bank eine Fotoausstellung deutscher Fotografen. Unter anderem war ein gigantisches Bild (schätze 3 meter breit) von Wim Wenders vertreten.
Vom San Cristobal, dem Hausberg Limas, hatte ich eine wunderschöne aussicht auf den Sonnenuntergang und die Stadt bei Nacht. Auch hier wurden von zwei Limeñas meine Augen mehr betrachtet als die Stadt. Ich kann wirklich nichts dafür!!! Ehrlich! Ich trage sogar schon die ganze Zeit Brillen unter anderem deswegen. Allein wenn ich bei einem Fruchtstand vorbeigehe höre ich hinter mir "Esos Ojos!" (diese Augen) oder sogar, was mir noch nie passiert ist, dass mir Mädls nachpfeifen. Also da muss ich dann wirklich schmunzln, das ist lustig.
Einen Kleinandi lasse ich ja trotzdem nicht hier.

Ich freue mich schon auf Nazca, Arequipa und Cuzco und bange um mein Geld, denn Peru ist touristisch auffallend teuer!
Liebe Grüsse an alle verehrten Leser, ganz speziell an die mir unbekannten.
20.2.07 01:07


Wo? ... Peru?

Vor mehr als einem Jahr gings für mich im Zuge des Zivildienstes ins Ausland: nach Kroatien. Aber nicht lang, denn bald flog ich über Columbien nach Ecuador. Mein erster Besuch des südamerikanischen Kontinents, und ein intensiver! 13 Monate arbeitete ich in einer Kleinstadt zwischen Grossstadt und Küste - Pedro Carbo mit behinderten Kindern.
Nun, in Peru im Internetlokal sitzend, blicke ich auf dieses doch recht lange Jahr zurück und beantworte die mails aus dieser anderen Welt. Für mich komisch dieses "zurückkommen". Wohin denn? Alle Freunde und sogar meine Familie haben sich kräftig verändert. Die einen studieren, leben wo anderst -sei es in einer eigenen Wohnung unter anderem sogar mit der fixen(!) Freundin, in einer anderen Stadt Österreichs oder sogar in einem anderen Land- die anderen bekommen Zuwachs oder reifen zu jungen Blüten (manch einer teilt mit mir das schreckliche Schicksal mit einer Buch/Film-Figur verwechselt zu werden, teilte man mir mit).

Es ist definitiv kein zurückkommen.

So apokalyptisch dass nun klingt, so fern ist auch meine ("Rück"-)Reise nach Europa. Zur Zeit bin ich nähmlich noch im historischen PERU. Danach soll es nach Bolivien und, als Abschluss, Brasilien gehen.

Ich glaube 5 Tage ist es her, dass ich an der ecuadorianisch-peruanischen Grenze ein unsicheres "SI" hervorwürgen musste, nachdem mich der ungläugibe ecuadorianische Grenzbeamte mit meiner Ausreisegenehmigung und meinem Pass in der Hand fragte, ob mein letztes Einreisedatum (nach Ecuador) wirklich Dezember 2005 sei.
Nach so wenig Zeit (5 Tage eben) kann ich aber schon sagen dass sich die Perureise -alleine bis jetzt- schon auszahlt! Trotz der unendlich langen Busfahrt durch die endlosen Küstenwüste Perus von Guayaquil bis nach Trujillo (ca. 21 Stunden Busfahrt) konnten wir schon am nächsten Tag die Ruinen Acro Iris und Chan-Chans bewundern.
Trujillo selber ist faszinierend farbenfroh (wie halten die die Fasaden so verdammt sauber und bunt?) im Kolonialstil gehalten. Nach einem kurzen vollen Schwimmbad-besuch haben wir uns durch den Obstsalat-Dschungel Perus gekämpft. Ganz unbekannt, denn in Ecuador ist gesundes ganz einfach unbeliebt: Fett, Fleisch und Bohnenbrühe mit Reis ist das, was zählt. In Peru anderst: Hier gibts "Yoghurt Natural de Coco con Melon, Papaya, Sandia, Durazno, Fresa, ...." -also Riesenauswahl zum wahnsinnig werden! Und das alles sogar noch mit Müsli! und lachhaft billigen Preisen.

Also kräftig Energie geholt für die nächste Busfahrt. Zuerst nach Chimbote und dann 7 Stunden einen Holperweg von 0 auf 3.000meter hoch. Noch dazu mit den einem gewohnt ohrenbetäubenden Silvester Stalon-Film (Cobra) und (hoho Überraschung) dem halben "Full Metal Jacket" Kubricks.
Im nächtlichen Huaraz angekommen, in einem gemütlichen Hostal ausgeruht und am nächsten Morgen ins nahe Thermalbad Monterrey, wo Dally ihre erste Schwimmbadlänge alleine schwamm!
Und nun, 1 1/2 Busstunden weiter, sind wir in Caraz. In den nächsten Tag werden wir zwischen Schluchten und Seen das Hochmassivs des zweithöchsten Berges Südamerikas, dem Huascarán (6788m), bewundern können.

Um nicht unerwähnt zu lassen, muss gesagt werden dass der tolle Reiseplan vom armen Manuel gleich von der ersten Sekunde an auf den Kopf gestellt wurde: Dally hat leider die Abfahrtszeit 3Uhr in der Früh verpennt. Somit verpassten wir unseren geplanten Bus zur Grenze und das ganze Programm verschob sich schonmal. Hinzu kommt dass Manuel an der Grenze ein hübsches Sümmchen Falschgeld beim Wechseln untergejubelt wurde. Also NIE, NIE, NIE bei Strassenhändlern (schon garnicht bei denen bei der Grenze) Geld wechseln, auch wenn diese einen noch so guten Grund für ihre unglaublichen Wechselkurse haben sollten.

Bleibt mich weiters nurmehr bis zum nächsten mal zu verabschieden.

Alles liebe y hasta pronto!
9.2.07 04:15


Was geschieht mit Andreas Dittrich?

Ich möchte mich nicht schon wieder Entschuldigen. Erstens komme ich nichtmehr zum schreiben, zweitens ist Europa sooo weit weg in meinem Kopf, wem schreibe ich da überhaupt?

Aber jetzt, so kurz vor Weihnachten und so kurz vor der baldigen Ankunft meiner Mutter am 28. Dezember die ein Monat bleibt, denke ich doch wieder viel über Rückflug usw. nach. Ja, ich will sehr gerne wieder zurück! Ich vermisse Euch alle!

Was bei uns in letzter Zeit so geschehen ist. Nachdem wir bei den nationalen Olympiaden ganz gut durchgekommen sind, ja sogar mit 2 vom nationalen Nivel ins INTERNATIONALE Spiel in Basketball gekommen sind (Isamar und Vanessa für die die Namen etwas sagen) das warscheinlich in Japan stattfinden wird!!, hat sich im Cresem die Möglichkeit ergeben dass sie 20 Förderungen vom Staat bekommt (für ca. 3 Monate) aber in einer riesen Summe. Daran wird gerade gearbeitet.

Reisen gibt es bei mir nichtmehr so viele. Ich weiss garnicht wann ich das letzte mal unterwegs war (Machala glaube ich). Bald kommt die Dora, mit der ich in Ecuador reisen werde.
Ab 1. Februar werde ich dann mit Katty, Manuel und hoffentlich Dally nach Peru fahren. Gemeinsam schauen wir uns den Norden an. Nachdem wir Rolando in Lima besuchen (ein Pedro Carbenso der als Missionär in Lima arbeitet) werde ich alleine den Süden besichtigen und danach Chile, Bolivien, Argentinien, Brasilien befahren.
Von Dort gehts dann zurück nach Europa. Flugticket gibt es noch keins -sieht aber gut aus.
Amigo Tours bemüht sich fleissig.

Ich wünsche allen Lesern ein angenehmes Weihnachtsfest und einen schmerzfreien guten Rutsch ins neue Jahr!

Alles liebe Andi
21.12.06 22:05


neue Fotos

Hola allerseits. Es tut mir leid dass meine Blogeinträge immer seltener werden. Unter anderem hat uns das FEPP nun verboten ins Internet zu gehen (über die FEPP Telefonleitung) da die Rechnung zu hoch war. Aber das ist nicht der Grund für mein seltenes erscheinen.

Ich weiss leider wirklich garnicht was seit dem letzten Blog eintrag so passiert ist. Es waren einmal die Wahlen die nächstes Wochenende wieder kommen werden (zweiter Durchgang, da im letzten Durchgang der Sieger nicht die Mehrheit gehabt hat). Zu den Wahlen habe ich einiges bei den Fotos geschireben:
Ecuador Elecciones 2006

In der Sierra mit Manuel und den Jovenes(Jugendlichen) der Kirche waren wir und kann man hier betrachten:
Quito (Digiserie)
Quito (Analogserie)

Ein Wochenende war ich einmal im Süden Ecuadors bei Machala, Puerto Bolívar:
Machala

Und die Heirats / Vereinigungs-Fiesta de Katty y Manuel estaba:
Fiesta

Und die Casa Abierta (Tag der offenen Tür) vom CAAM:
Casa Abierta

nun gut, ich wünsche allen alles gute
viel glück und gutes gelingen
Andrés
19.11.06 20:40


neue Bilder online

Die nun schon seit einiger Zeit anstehenden Bilder sind nun online! Das sind Guaranda und Bilovan, Jakobs Abschiedsfeier, Vilcabamba, die Einweihung des Sala de Computacion und die Übergabe der Sportgegenbstände die durch die Spenden einer österr. Schule möglich geworden sind.
Ich hoffe sie bringen euch mein fernes Leben und das fremde Land wieder ein bissl näher. Viele liebe Grüsse !

www.8ung.at/andreas.dittrich/Ecuador/
18.9.06 18:56


Mein grosser Urlaub

Zur Feier des "10 de Agosto" (Erster Aufruf der Unabhängigkeit Ecuadors) hatten wir am 11.August frei (Freitag) und nutzten die Gelegenheit das verlängerte Wochenende "ab in den Süden" nach Loja, Vilcabamba zu fahren. Vilcabamba, der Ort an dem die Menschen so unglaublich alt und gesund sterben. Manche sagen es wäre das Wasser (Vilcagua), andere es wäre das Klima, wieder andere meinen es wäre das ruhige Leben dass die Menschen so alt werden lässt. Wissenschaftler sind sich auch nicht sicher, meinen aber es sei die Kombination aller dieser Einflüsse -eh kloa. :-)
Am Donnerstag Abend, nach einem Cinebesuch der "Hermanos Grimm", über Nacht ewig lange von GYE nach Loja gefahren. Dort angekommen gleich den Vilcabamba-Express geschnappt. Ein sympatischer Kleinbus zum 6 mal 6 Häuserblocks grossen Dörfchen. Das Touristenzentrum hat neben dem grossen touristischen Angebot auch schöne junge Touristeninformateurinen. Neben dem touristen-Busbahnhof haben wir uns in die Touristenabsteige "El Mandango", zu Fussen des gleichnamigen Berges in dessen Hintergrund, verschanzt und unsere Touristenratgeber gelesen. Das abendliche Ausgehen war ein touristisches in Touristenbars zu Touristenpreisen touristensehendes Vergnügen. Neben Rock, Pizza und einem älteren Typen der den ganzen Abend lang gebückt etwas suchend mit seinen Hunden und seinem langen Stock die Strasse auf und ab gehumpelt ist gabs sogar manch nationale Touristen, die mit ihren laut aufgedrehten VW-GTI´s ihr Salsa getanzt und ihr mitgebrachtes Bier getrunken haben.
Nach einem erfolglosen Weggesuche zu einem kleinen Bergabhang, bestiegen wir am Folgetag den Mandango (2034m). Ein unglaublicher Berg. Man stelle sich einen normal-konischen Hügel vor, der kurz vor der Spitze auf einmal steil hochrauf geht. Ein recht steiler Pfad führ in einer Furche zur Spitze hoch, auf der sogar ein Kreuz steht (das ist in Ecuador nicht so selbstverständlich). Oben in der Mittagssonne/hitze angekommen wimmelt es nur so von Schmetterlingen, die sich auf uns zum Ausrasten und Sonnentanken niederlassen. El Perro ("der Hund") der sich scheinbar bei unserem Wasserkauf in uns verliebt hat, hat uns bis ganz hinauf begleitet, teilweise sogar geführt. Ein ganz toller Hund, wenn man bedenkt dass er die ganze Strecke rauf und runter nichts getrunken (wir hatten ab der Hälfte auch nichts mehr) und nebne uns auch sein relativ dickes Fell mitgeschleppt hat.
Auf der Rückreise nach GYE, assen wir in Loja das traditionelle und teure cuy (Meerschweinchen), was eigentlich garnicht SO schlecht war, nur verdammt wenig Fleisch und sehr viel Knochen hat(te) es. Unglaubliche 12 Dolar(!) war uns der Spass wert!

Seit einiger Zeit bin ich sogar meinem Missionars-Dasein gerecht! Ich unterstütze eigentlich direkt die katholische Mission rund um Pedro Carbo. Dies besteht aber jediglich aus einem wöchentlichen Jeep-Transfer der wirklichen "Missionäre". Um Firmkurse auch am eher schwerer zugänglichen Campo (ländlichen Gegend) zu ermöglichen fahre ich eben jene 2-4 Personen jeden Dienstag Nachmittag raus. Mein Endziel heisst dann immer "Casa de Tejas", ein Dörfchen mit vielleicht 100 Einwohnern. Die Kinder dort sind viel verschlossener, reden kaum, lachen aber viel.

Nur letzte Woche konnte ich nicht fahren da das CRESEM eine Woche lang FERIEN hat und ich diese Möglichkeit natürlich ausnutzen muss um in Gegegenden zu kommen die ich über Wochenenden nicht erreichen kann. Somit gings hinauf zur Hauptstadt Quito und dessen Umgebung (somit auch wieder auf meine Heimaterdkugelhälfte!).
Vor der Abreise sind der Robert und ich aber noch zu einer Feier des ecuadorianisch-schweizer Ehepaares Sonja und Martin eingeladen gewesen. Sonja hat früher in der Pedro Carbo Pfarre "San Pedro Apostol" als Sekräterin gearbeitet und wurde dann nach ihrer Heirat und Ausreise von ihrer Schwester Mercedes Pluas Criollo (an sie schreibt ihr immer eure Post an mich) ersetzt, deren Tochter die Maria Jose ist (welche unbald in die Vereinigten Staaten Amerikas und nachher vielleicht in die Schweiz studieren fliegt). Die Feier, in einem Villenviertel Guayaquils, mit eigenem Orchester und viel viel viel (ja ständigem) getanze, hatte Das das köstlichste Essen seit langem: Das Fleisch war weich, der Wein war gut, der Käse kam aus der Schweiz(!!!) und auch der Rest war nur Erste Klasse. Ein Gaumenschmaus.
Nach der Feier, so gegen 5.00 in der Früh hat man mich bei Transportes Ecuador aussteigen lassen und dort habe ich dann bis um ca. 7.00 warten können auf den Bus nach Quito. Die Zeit habe ich aber mit einem netten Gespräch mit dem Hauswart verbringen können der schon seit fast 40 Jahren (ohne Ferien!) nur dort herumsitzt und die Busjoffeure einweist und aufweckt.
Danach konnte ich im gemütlich komfortablen Bus gut schlafen. Die Reise ist wie ein Film. Die Landschaft verwandelt sich zeitrafferartig von der trockenen Costa über unscheinbare Reisfelder, riesige Bananenplantagen und grüne urwaldige Wälder hin zu den stark bewaldeten Bergen bis zum urbanen Quito steil hoch. Man sieht, glaube ich, nie Quitos ganze Grösse. Es ist eine langgestreckte, immer wieder durch viele Hügel unterbrochene, Stadt. Wenn Quito anfängt glaubt man erst garnicht dass Quito gross ist. Erst wenn man nach der 3ten Hügel-Umfahrung die Panamerika Sur passiert, kann man schon langsamdaran glauben. Letzendlich ist man ganz plötzlich in einem schwindelerregenden Verkerhssystem das in den komplett durcheinander und verwirrenden Busbahnhof reinführt.
Am hellen Nachmittag gut in der Metropole angekommen, habe ich mir das erstebeste empfohlene Hostal "La Posada Carol" in der direkten Bahnhofsnähe (also auch Zentrumnähe) geschnappt, welches ich in der Nacht als eines in den gefährlichsten Strassen Quitos liegend erfahren musste. Aber es ist zum Glück nichts passiert.
Am selben Tag bin ich mit Hinternschmerzen in der Innenstadt herumspaziert. Ich dachte mir nicht dass ich am nächsten Tag, die geplante Route abgehend, draufgekommen musste, beim nachmittaglichen Durcheinanderspaziergang fast mehr gesehen zu haben als auf der empfohlenen Reiseführerroute. Bueno, ... da es noch dazu ein Sonntag war, welches übrigens in ganz Quitos Innenstadt als Autofreie Zone erklärt wurde (also nurmehr mit Rad befahrbar), war es quasi ein ostereiersuchendes Forhaben mein Mittagessen zu finden. Alles geschlossen und verriegelt.
Supermarktketten, wie das "Mi Comisariato", hatten natürlich offen und so habe ich mir zum Abend hin mein Mittagessen besorgen können. Dieses verzehrend, lernte ich auf der Hotelterrase zwei Deutsche Mädels kennen die in der nähe von Santa Domingo äusserst unzufrieden ihr Voluntariat machen -so viele Leute, hier die ein "Voluntad" machen, unglaublich!
Am nächsten Tag beging ich die besagte Stadtrunde, angefangen von der Kirche Santa Domingo, bis zur neuen Stadt, alles zu Fuss. Ein eigentlich garnicht SO grosser Marsch. Auf der Spitze des Domes hatte ich einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt vom Norden aus und am Abend sah ich mit dem Cotopaxi und dem Cayambe (glaube ich) die Sonne vom aus Panesillo (Hausberg Quitos mit Statue) untergehen -Wunderschön!
Den Tag darauf fing ich meinen Tag im österr. Konsulat an. Wie der Katty versprochen, wollte ich mich über ihr Visa für Österreich informieren und fuhr dafür in die Neustadt nahe des grossen schönen Parkes "Carolina". Nach einer halben Stunde Wartezeit kam endlich die alte Sekräterin die mir die Tür aufsperrte und mich in das schick eingerichtete Büro reinliess, in dem zu meinem äussersten Verwundern der dicke Konsul schon anwesend war. Immerhin sagte man mir an der "Rezeption" dass noch keiner da wäre und ich warten solle. Seine dicke, lange und stinkende Zigarre paffend teilte er mir mit seinem ach so tollen Fachvokabular kompliziert mit dass ich zur deutschen Botschaft muss, da er nicht zuständig für solches Krimskrams ist. Auch wenn ich nur Infos brauche, er "weiss nichts"! In mich schimpfend und mit einem vor Ärger angeschwollenen Hals bin ich dann zur deutschen Botschaft gegangen. Der Arsch bekommt doch tatsächlich sauviel Geld aus Österreich nur damit er in seinem schicken Büro an seinem neuen teuren Laptop(!) seine Fahrstuhlmusik hört und seine 2-3 Stunden Dienst pro Tag absolviert, der scheinbar daraus besteht auf Österreicher zu warten und diese zur deutschen Botschaft zu schicken.
Also recht verärgert bin ich eben im riessengrossen Bürokomplex angekommen, in dem die deutsche und die britanische Botschaft untergebracht sind. Unter wirklich nicht sehr störenden aber guten Vorsichtsmassnahmen musste ich dann im 12 Stock nichteinmal IN die Botschaft. Dirket VOR dem Eingang steht ein kleiner Tisch mit einem Typen, der Informationen über Visas gibt. Scheinbar gibt es so viele Anfragen dass sie soetwas sogar mit einer eigenen Person nichteinmal in der Botschaft untergenracht haben. Das fand ich recht lustig :-)
Nun, das Visa selber kostet für Ecuadorianer tatsächlich nur 35 Euro - ist wirklich wenig oder, also wieso da nicht mehr Ecuadorianer offiziell in Europa sind? -da muss es doch einen Haken geben... Mit den Infos des Visums und den Hochzeitspapieren (hehe) bin ich dann hoch motiviert in dem Parque Carolina gegangen um mir das ganze durchzulesen. Und da war der Haken: Der Visumsansuchende muss eine Versicherung abschliessen, die 30.000 Euro (!!) deckt. Und das ist doch schon eine ganze Summe. Das heisst zwar nicht dass man soviel zahlen muss, jedoch sind es dann doch um die 3.000 Euro die die Versicherung kostet und das ist bei einem MOnatsgehalt von ca. 150 Dollar doch etwas viel. Auf jeden Fall sind Katty und Manuel guten Herzens bei der Sache und werden das schon lösen. Diese Anforderungen, die für einen durchschnittlichen Ecuadorianer das Reisen (also nicht arbeiten) nach Europa praktisch unmöglich macht, gellten übrigens für alle Schengenländer Europas.
Mit der Info in der Hand bin ich dann ab zur Mitad del Mundo. Etwa eine Stunde nördlich von Quito verläuft der Äquator. Oder besser, verlaufen die beiden Äquatoren (gibts da überhaupt eine Mehrzahl?). Als die französischen Wissenschaftler in Ecuador angekommen den Äquator ausmassen, haben sie sich um rund 200 metern vertan. Die Indigenas vor mehr als 2.000 Jahren wussten es besser. Nun steht das riesengrosse steinerne Denkmal mit der Erdkugel drauf und dessen kleines Touristendörfchen rundherum auf einem falschen Fleck der Erde. Etwas weiter hinter dem Touristenabzockekomplex, einen unscheinbaren Feldweg entlang, kommt man zum echten, "el verdad Mitad del Mundo", Mittelpunkt der Erde. Dort gibt es sehr interessante Versuche, wie zum Beispiel wie das Wasser auf den beiden Erdhälften abliesst. Und TATSÄCHLICH, Leute, Flüssigkeiten rinnen hier unten in die andere Richtung ab!. Also unabhängig von Abwasch-, Klo- oder sonstige Behältnissform dreht sich das Wasser auf der jeweilgen Erdhälfte anderst rum ab! Am Äquator selbst rinnts, ich konnte meinen Augen nicht glauben, gerade hinunter. Wie das aussieht kann ich irgendwie nicht beschreiben, einfach gerade eben. :-)
Ebenfalls kann man ein Ei auf einem Nagel balancieren lassen, die Erdkräfte ausprobieren (das habe ich nicht ganz verstanden), die sich am Äquator aufheben. Deswegen kann man angeblich auch nicht so leicht am Äquator entlanggehen. Was auch immer.
Den Rest des Tages verbrachte ich dann herumspazierend in Quito.
Am Dienstag bin ich dann endlich raus aus der Hauptstadt, ab nach Cayambe. Von dort weiter nach Olmedo, einem dem Cayambevulkan sehr nahen Dörfchen. In dieser wunderschönen Gegend wollte ich eigentlich nach "La Esperanza" ("die Hoffnung") wandern, was sich aber eher als gefährliche Tageswanderung herausstellte. Nachdem mich eine alte Frau vor den vielen Dieben warnte, mir gleichzeitig im Gespräch 2 Dollar abknöpfte und mich ein Hund biss nahm ich ca. ab dem 5te achtel der Strecke, kurz vor Zuleta, eine der sehr selten passierenden Camionetas bis nach La Esperanza. Ich hatte riesengrosses Glück was den Hundebiss angeht. Bei einer Familie passierend und freundlich grüssend, fetzte ganz plötzlich der Haciendahund auf mich loss und wollte mich beissen. Irgendwie unbewusst habe ich etwas ausweichen können und somit hat er mich nicht voll erwischt. Durch die dicke heisse Hose ist er scheinbar auch nicht gekommen, obwohl ich dann doch etwas geblutet habe. Erwischt hat er mich in der linken Kniekehle. Seit diesem aufweckenden Augenblick bin ich den Rest der Reise am abseitigen Campo nurmehr mit einem langen Stock unterwegs gewesen, der mir am selben Weg auch noch einen kleinen Köter vom Hals hielt.
Von La Esperanza erwischte ich einen Bus nach Ibarra und von dort fuhr ich zu den heissen Thermalbädern von Chachimbiro.
Da nur ein Bus direkt dorthin verkehrt, teilte ich mir ein Taxi mit einer frischen Kleinfamilie. Leider ist der Thermalkomplex so abgeschieden von aller Infrastruktur, dass ich dort angekommen, das eigentlich eh nicht so teure "Angebot" von 20 Dollar die Nacht, annehmen musste. Inkludiert waren aber 3 Mahlzeiten und die jeweils 2 Eintritte in das Freizeitbad (ohne heissem Wasser) und die Thermalbäder. Etwas vor Mitternacht gönnte ich mir dann die angenehme Prozedur der Kalt-Warm-Kur mit dem Nachtwächter. ;-) Zu der Zeit war alles frei von Leuten und wir konnten ohne warten zu müssen jedes einzelne Bad auskosten. Der Mann arbeitet schon seit 3 Jahren in den Bäderneiter und kennt sich schon recht gut aus und konnte mir somit alles erklären. Das Bad liegt genau zwischen 2 Vulkanen, perfekt für ein Thermalbad, da somit kasi die Hitze zweier Vulkane ermöglicht wird (55 Grad Celcius heisses Wasser -autsch!), aber die Gefahr durch einen Ausbruch betroffen zu sein ist so gut wie unmöglich. Am nächsten Tag genoss ich die Bäder weiter, später in Gesellschaft zweier älterer Frauen, die auch genug zum erzählen gehabt haben.
Aber das tollste ist, dass in diesen Bädern manche Quechua sprechende Leute zu besuch waren, und ich somit in den Genuss des hörens dieser Sprache kommen konnte! Ich kann es nicht anderst beschreiben als "indianisch".
Den letzten Bus kurz nach Mittag habe ich leider aufgrund der langsamen Küche verpasst, wurde aber von einem Angestellten mit dem Moped ins nächste Dorf gefahren wo jede 1/2 Stunde ein Bus nach Ibarra verkehrt.
Von Ibarra bin ich ab nach Cuycocha. Ich hatte zwei Reiseführer mit, die beiden behaupten es gäbe eine 5-Dollar-Übernachtungsmöglichkeit oberhalb des Sees. Schon im Bus nach Cotacachi hat mich ein Mann gewarnt wie teuer die Unterkünfte im Nationalpark seien (40 Dollar meinte dieser). Ich dachte mir ich versuche es einfach: "Geld habe ich notfalls eh... oder?" Nun, es waren 12 Dollar mit super Ausblick auf See mit den drei Hügeln und Berg. Aber einem richtigen Berg! Spitz, karg, steinig, schwer, dominant, also einfach unglaublich. Aber noch viel atemberaubender war der Cuycochasee. Jener ist ein Kratersee, was heisst dass an jener Stelle früher einmal ein Berg/Vulkan stand und bei einem Ausbruch so stark explodierte dass nun sozusagen die ganze Haube fehlt. In diesem riesengrossen Loch sammelte sich dann Regenwasser und so entstand der See, der aber, im Falle des Cuycocha, drei Hügel in der Mitte hat. Und das macht ihn auch so besonderst schön. Es ist schwer zu beschreiben, ich hoffe ihr könnt euch mit den Fotos ein Bild machen. Die drei Hügeln könnten vielleicht an Cuy (Meerschweinchen) erinnern, wonach der See und der Nationalpark benannt ist. Cuy galt bei den Indigenas früher als ein besonderes Tier, da es die bösen Energien aus dem Menschen sog. Cuy (sprich: cui) heisst es übrigens weil es "cuycuycuy" macht. Heute sind sie eine spezialität am ecuadorianischen Teller.
Stundenlang beobachtete ich wie sich der Berg hinter den vorbeiziehenden Wolken versteckte und sich wieder Blicken lies. Am nächsten Tag wanderte ich um den See, was einem jeden hoch angeraten sei. Vom Touristenaussichtspunkt sieht ja alles ganz schön und toll aus, aber macht man die Umrundung, so sieht man so viel von der so abwechlungsreichen Vegetation (auf der Seite des Aussichtspunktes ist es karg, die gegenüberliegende, dem Berge nähereliegende Seite, ist Urwald), den vielen Vögeln, die angenehme Luft und den so vielen verschiedenen Pflanzen und Tierchen.
Nach der Umrundung ging ich den Weg bis nach Cotacatchi zu Fuss zurück. Am Weg traf ich eine alte Quechua sprechende Frau die kein (oder mein) Spanisch nicht verstand und ich ihre genausowenig. In dieser Umgebung leben noch viele Quechua sprechende Menschen. Ein Mann der mich ein Stück begleitete meinte, dass in der Schule zwar in Spanisch unterrichtet werde, zuhause aber immer noch nur Quechua gesprochen wird. Sowas ist schön zu hören da Schriften und Bilder viel leichter erhalten bleiben, als gesprochene Sprachen.
Von Cotacachi gings dann nach einem Telefonat mit der Katty zurück nach Quito, die den Manuel zu einen Kurs für eine Messe, auf der das CAAM vertreten sein wird, begleitet hat. Da Manuel am selben Abend aufgrund Zeitmangels wieder zurück nach Pedro Carbo musste, blieb ich mit Katty alleine in der Stadt.
Am nächsten Tag fuhren wir etwas spät aber doch zum Cotopaxi Nationalpark. Als wir bei der Lagune ankamen, merkten wir, und das ist der blödeste Teil meiner Reise, dass Manuels Kamera, die er uns für den einen Tag lieh, nichtmehr im Rucksack war. Sie wurde scheinbar im Bus Quito-Cotopaxi von unter unserem Sitz von hinten gestohlen. Nichtsdestotrotz, in der Hoffnung sie nur im Zimmer vergessen zu haben, umrundeten wir die Lagune zu Fusse des mächtigen Vulkanes. Eine sehr schöne Landschaft. Obwohl es schon relativ spät war und sich (vielleicht deshalb) schon recht viele Wolken um den Gipfel ansammelten, riss dieses doch noch auf und wir konnten den Berg bis zu seiner fehlenden Spitze sehen. -faszinierend!
Der freundliche Camionetafahrer hat uns zwei für nur 20 Dollar hin- und retour geführt (eine recht lange Strecke), uns das nicht so besondere Museum gezeigt, eine Stunde am See gewartet und uns alle Fragen beantwortet.
Am Abend sind wir im "Bermuda Dreieck" Quitos etwas herumgeschlendert, doch sind die Preise zu hoch und so haben wir uns etwas im Hotel selber mit Bier versorgt. Bei einem Kamin im Haus ist das auch noch angenehm warm.
Samstag in der Früh, kurz nachdem Esteban und Dally ankamen, bin ich nach Guayaquil zurück. Jedoch nicht ohne bei Camari (die Lebensmittelprojekte des FEPP) vorbeizuschauen, die so viele leckere Sachen haben, ich jedoch in Geld- und Zeitmangel nicht mehr einkaufen konnte.

Kurz darauf in Pedro Carbo, kam am Dienstag auch schon der neue Zivildiener Lukas, der Petra im CRESEM I ersetzen wird. Der arme war zwei Stunden in Ecuador und schon wurde ich das Handgepäck sammt Pass,Einreisestempel, Passkopien und Visa gestohlen. Noch dazu, als Esteban in Pedro Carbo mit ihm ankam, hatte der Wagen ein so grosses Loch im Tank dass ein richtiger Benzinstrahl rausfloss. Um den Tag noch unglücklicher zu machen, hatte Mercedes, als ich sie in "Casa de Tejas" Autofahren liess, den linken Rückspiegel an einem Baum abradiert. Seit sie von Jose, der gerade aus dem Oriente mit seinen Brüdern zurückkam, hörte, dass es Bäume gibt die wandern können (wirklich! aber nur sehr langsam), hat sie Angst dass jener Baum eines Nachts zu ihr komme um sich zu rächen.
Vor meinen Ferien kam auch schon der zukünftige Zivildiener Bernhard (Bernardo) zu besuch, der nach seiner Sprachschule in Quito, beim Jose die Cajas übernehmen wird.

Bald naht das das grosse BINGO MILLONARIO. Am 17.September, irgendwann vor oder nach der Geburt von Bettys Kind wird das grosse Spektakel des Bingospielens über die Bühne rennen. Meine Abende vergehen nun indem ich mit Lautsprecher auf dem Auto herumfahrend Werbung für die Veranstaltung mache.

Ich hoffe meine Urlaubsbilder bald online stellen zu können (und die anderen auch). Leider komme ich zu selten nach Guayaquil wo es "schnelles" Internet gibt.
Liebe Grüsse an alle, mir gehts gut, meist auch wenn ich mich nicht melde... ;-)
10.9.06 06:36


1 Woche nichts gegessen

Mit dem Jose haben wir eine einwöchige Saftkur gemacht. Das heisst, eine Woche lang nichts festes zu sich nehmen. (Oder dachten wir zumindest.)
Nach 3 Tagen sind wir draufgekommen dass wir auch kein Fett zu uns nehem dürfen (also keine Milch, der für unsere Batidos so wichtig ist). Deswegen mit diesem Wissen verlängert auf 10 Tage haben wir aber am 6ten Tag erfahren dass man ausser Fett weder Zucker, Salz oder sonstwas zu sich nehmen darf und haben es dann nach 7 Tagen Qual gelassen.
Hoch lebe die Gesundheit! :-)
5.8.06 23:44


Schreckensmeldungen und sonstiges

Zu Ehren des Tag des Baumes wurde ein Aufmarsch verschiedener Schulen durch Pedro Carbo gemacht. Das CRESEM II, das direkt an der Hauptstrasse liegt und besonderst hoch ist, hat eine ganz gute Aussicht auch auf die Strasse. Somit standen alle Kinder und Lehrer an den Fenstern das Desfile beobachtend. Plötzlich ein lauter Knall - alle rennen von der Strasse und verstecken sich. Verschiedenste Motocyclos (3 rädrige Motorradtaxis, eine spezialität Pedro Carbos) flitzen die Strasse hinauf.
Nach längerer Zeit ruhe, fahrt auch die Polizei los und viel Lärm auf der Strasse. Wenige aber sehr schnell fahrende Auto flitzen umher. Des Rätsels Lösung ist der Banküberfall in Pedro Carbo. Jakob war gerade beim schwulen Friseur Kelvin Haare schneiden und färben, der direkt neben der Bank liegt. Es wurde angeblich mit Maschinengewehren herumgeschossen, dabei eine Frau am Fuss verletzt. Einem Polizist hat (es wird keiner von Euch glauben, ich glaubte es auch nicht!) seine Polizeimarke sein Leben gerettet. Das heisst dass die Kugel direkt ins Herz gegangen wäre, aber durch die Polizeimarke so stark abgelenkt wurde, dass es nur ein Streifschuss wurde. Die Marke hat angeblich tatsächlich eine riesen Wölbung.
Jakob, der sofort seine Kamera besorgt hat, verkaufte seine in der Clinica geschossenen Bilder an das nationale "schmutz-Blatt", der EXTRA seine Bilder.

Am 15.Juni war es für Jakob dann auch so weit: Sein Abschied. Wir mussten sogar umdrehen, weil er -typisch- sein Ticket vergessen hat. Im Stress hätte er dann auch noch seinen Pass verloren, den CRESEM Schlüssel stecken lassen und beim Einsteigen ins Auto ist er ausgerutscht. Kanpp mit der Zeit sind wir aber noch gerade rechtzeitig am Flughafen angekommen und nach dem Abschied verliess er Ecuador ohne seine Kamera.
Glücklicherweise reiste auch Manuel am 17.Juni nach österreich für 1 Monat, er nahm sie mit.

Von der Arbeit etwas ausruhend fahre ich seit dem "Sommer" (es ist verdammt kalt, wir sind alle erkältet! die Temperaturen sind so im 25-30 Grad bereich) immer wieder in die Sierra. Das heisst nach Cuenca (->Nationalpark Cajas), Guaranda, Salinas, Bilovan, Baños,...
Der Tunghrahua, der Hausberg (Vulkan) Baños de Bolivar grölt schon seit einiger Zeit. Muttertag, zu Fusse des zu der Zeit sehr aktiven Vulkanes, hab ich dann auch meine Mutter angerufen. Vor kurzem ist er ausgebrochen. Esteban und ich waren gerade am Weg in die Sierra (Guaranda) und Jose kurz vor dem Ausbruch in Baños selbst. Roberto und Herbert waren zufälligerweise ebenfalls in Baños zum Zeitpunkt des Ausbruches. Die Asche, die Beben und die Knalle hört man bis nach Pedro Carbo! In Guaranda war, durch den Wind der die viele Asche verweht, kaum was zu sehen. Nachdem wir Jose getroffen haben sind wir weiter nach Salinas de Bolivar, wo von all dem grossen Spektakel nichts zu merken war.

Seit kurzem verwandelt sich Pedro Carbo in eine kleine Touristenstadt. Zuerst die Österreicher aus Mödling, die in Daule ein Colegio bauen, 4 Österreicher die beflügelt von Herberts Präsentation in Österreich hier ein Monat arbeiten, 4 Schweizer, 26 Österreicher die ebenfalls in Daule arbeiten, 1 Franzosin, 1 Schwede und bald 180 Quiteños und Guayaquileños die ebenfalls in Pedro Carbo arbeiten.
Also neben uns bis jetzigen Österreichern, Koreanern, Canadienserns und Nordamerikanern (USA) gibts es nun Schweden, Franzosen und inländische Ausländer.

Es wurde die "Reina de Pedro Carbo" (=Schönheitskönigin PCs) gewählt. Aus 7 verschiedenen (sehr jungen) Kandidatinen wurde die schönste gewählt. Zu recht gewann die Studentin des Colegios Austriaco, zu Leiden von Karen (der Freundin von Luis, dem CRESEM-Lehrer). Jene Reina wird am 5.August bei der CRESEM-Olympiade als Jury teilnehmen.
Nicht gerade die schönste, aber doch verwunderlich, war die Kanditatin für die Presidentschaft in Pedro Carbo - der Wahlkampf hat begonnen!

Der Mittwoch der 19 vom Juli ist ein grosser Feiertag in Guayas, es ist nähmlich der Tag der Cantonizacion. Das heisst in etwa so viel wie die Gründung des Bezirkes. Einen Tag zuvor war unser grosses Desfile (=Aufmarsch) durch Pedro Carbo. Es wurden alle (ca. 80) Schulen vorgestellt. Am nächsten Tag waren die 7 Collegios dran. Das Colegio Austriaco, die speziellen natürlich einen Tag früher mit einem Riesen-Aufmarsch. Die Bilder von unserem Desfile sollten in der Fotoseite zu besichtigen sein können.
Nun fuhr ich eben, endlich nach längerer Zeit wieder einmal, nach Guayaquil um Europa anzurufen und die Bilder online zu stellen. Die Anrufe hätten mich dann sogar fast blöd dastehen lassen, weil ich zu wenig Geld hatte -ich konnte die Rechnung nicht bezahlen! Aber zum Glück konnte mir Katty aushelfen die auch in der Stadt war. Nachdem wir uns mit Jose im vegetarischen Comedore Guayaquils getroffen haben sind wir dann auf nach Pedro Carbo.
Ärgernd über die engen Sitzreihen und dem kaputten Fenster, ging die Reise los. Kurz nach Guayaquil möchte der Bus überholen und übersieht einen entgegenkommenden (ohne Licht fahrenden) Bus. Schnell verreisst er wieder nach Rechts, jedoch zu stark und muss wieder stark nach Links lenken. Der Bus kam ins schleudern und kippte! Justo auf unsere Seite! Katty und Jose sassen unglücklicherweise auf der Fensterseite. Es war wie in einem Film -zeitlupenartig sah ich alles nach rechts fliegen als würde man mit einem Flugzeug eine Drehung machen. Alles dauerte relativ lang in diesen kurzen Momenten und schon schliff der Bus seitwärts die Strasse entlang bis er in einem kleinen Hügel stecken blieb. Die Fensterscheiben sind beim umfallen zerbrochen und somit hat sich Katty den rechten Arm aufgeschunden. Jose und mir ist wunderbarerweise(!) garnichts passiert. Der Katty geht es mittlerweile auch schon wieder sehr gut, mit ihrem Verband "muss" sie nicht arbeiten und kann ihre Telenovelas weiter schaun.
Nachdem der Bus zum Stillstand gekommen ist wurde überraschenderweise rasch reagiert. Alle riefen "Tranquilo, Tranquilo", die Fensterscheiben vorne, hinten und "oben" wurden eingeschlagen und halbwegs ruhig sind alle aus dem Bus geklettert. Draussen ein Desaster: Viele Frauen weinen und schreien, Füsse werden verbunden, jeder 3te telefoniert oder schreibt Mensajes. Neben uns klettert jemand wieder in den Bus, um sich die Autobatterie zu nehmen. Der Busfahrer ist (wie immer) schnell abgehauen. Angeblich herrscht eine Lynchjustiz. Damit meine ich, dass der Fahrer sofort "gerichtet" wird, von den Betroffenen selber. Dadurch verschwinden bei jedem grösseren Unfall sofort die (schein-)Schuldigen.
Mittlerweile ist schon der nächste Pedro Carbo-Bus gekommen und blieb stehen um zu schauen. Da die Katty nicht in die Clinica von Guayaquil wollte, sind wir in den Pedro Carbo eingestiegen um in die Clinica Maternidad in PC zu fahren. Der Bus war komplett voll. Beim einsteigen wollte man Kattys blutige Wunde mit Fetzen abwischen, mit denen man normalerweise Autos abwischt. Zum Glück hat Jose eingegriffen.
Der Bus wurde sogar noch aufgehalten von der Polizei, auf der Suche nach dem verschwundenen Busfahrer. Man wollte uns nicht weiterfahren lassen, obwohl die Katty mit der sichtlich dringend zu bahndelnden Wunde dabei war. Nach längerem Gespräch gings weiter.
Endlich in PC, Familie und Freunde schon gespannt wartend, wurden Kattys 3 Wunden gesäubert und mit 15 Stichen genäht.
Der Fahrer des Buses war ein Freund der Familie Pluas (Kattys Vater) und ein -laut der Cooperativa- ruhiger Fahrer. Alle Behandlungen und Arztkosten übernimmt die Cooperativa.

Es wurde immer schon gesagt dass die Buse sehr gefährlich seien, aber so richtig habe ich es bisher nie glauben wollen. Um diese unglaubliche Erfahrung reicher, mir Bewusst SEEHR VIEL Glück gehabt zu haben, werde ich den Sonntag wieder nach Guayaquil fahren. Das Kino ruft. ;-)

Unser fast schon 2mal die Woche selbstgebackenes (Sauerteig-)Brot ist von mal zu mal köstlicher -ich werde zum Bäcker!
Somit hoffe ich alles erzählt zu haben und verabschiede mich bis zum nächsten mal.
22.7.06 09:11


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