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Nasca-Arequipa-Cusco

Nach meinem unglücklichen Versuch des Sandbaordens, bin ich mit einem Collectivo (kleiner PKW, in dem so viel mögliche Leute reingedrückt werden wie möglich - aja, sowas wie "Fahrgemeinschaft" nennt man das in Österreich) von ICA nach NASCA gefahren. Der Fahrer hat mich gleich am Flughafen abgesetzt, bei einer Gesellschaft, ich nehem an seines Freundes. Dann ging alles sehr schnell: "Quiero hacer un vuelto sobre las lineas", sagte ich dem Schaltertypen und hops bin ich auf einem Mopet gesessen und am Weg zum Flieger. Dort warteten schon seit 3 Stunden 2 Amerikanerinnen, einen Info-Film über die Linien betrachtend. Glücklich über das Erscheinen des fehlenden Fluggastes (damit sich das abheben auszahlt), gings gleich los. Die 132 Soles sind mir gierig aus der Hand gerissen worden und kaum dass ich schauen konnte sind wir hoch über Omis-Sitzpolster-flachen Steppe geflogen.
Die Nasca Linien sind eine grosse Frage der Südamerikanischen Geschichtsschreibung. In der trockenen Wüstenebene nahe der Satdt Nasca wurden vor einigen Jahrzehnten riesiege Figuren in die Erde gezeichnet gefunden worden. Die deutsche Forscherin Maria Reich ist trotz ihres Todes in ganz Nasca mehr als präsent. Jeder Bewohner, und das ist wirklich verwunderlich, kann diesen (wohlgemerckt) deutschen Namen RICHTIG aussprechen. Mich sah man komisch an, als ich fragte wo das "Planetario de la Maria Reitsch" sei, denn so würde man den Namen ja im spanischen aussprechen. Nach dem teuren und vielleicht etwas unnötigen Überflug der Linien, war die Stadt wie ausgestorben (so gegen 13.-16.00Uhr). Schwer fand ich mir ein Restaurant wo es dann sogar was vegetarianisches gab.
Aus Nasca ging es dann weiter in die "weisse Stadt", Arequipa. Der Spitzname stammt von der Farbe der Mauern der schönen Kolonialbauten, die hauptsächlich (oder nur?) aus Vulkangestein gebaut ist. Ich bin verzauber worden von dieser Stadt, ein Schmuckstück!
Mein einziger Grund weshalb ich nach Arequipa gekommen bin, abseits der Stadt selbst, waren die Höhlen von Sumbay. In dem von Reiseagenturen nur so wimmelnden Gässchen der Stadt, fand ich EINE kleine Agencia, die mir abseits ihres normalen Programmes eine private Führung angeboten hätten. Glücklicherweise waren die aber sehr nett. Sie erklärten mir wie ich alleine hinkomme, weil sich eine Führung weder für sie noch für mich auszählte. Und so fuhr ich schnell zum Terminal um ein Ticket für den immervollen Bus um 6.00Uhr in der Früh des nächsten Tages zu kaufen. Ich traf auf eine Menschenhorde, zusammengefercht auf den oberen schmalen Stock, da unten gerade geputzt wurde. Nach einer Stunde am kalten Boden hockend und lesend konnte ich dann endlich erfahren dass ich "einfach morgen komme und einen Bus in Richtung Puno nehmen solle, der mich dort aussteigen lässt". Toll, am nächsten Morgen bin ich leider enttäuscht worden, die Busse nach Puno haben ihre Route geändert. Also kaufte ich bei der selben verschlafenen Frau mit der Falschinfo mein überteuertes Ticket nach Sumbay für den nächsten Morgen um 6.00Uhr. Andere Busse gibt es auch: 1.00 und 3.00Uhr in der Früh. Bei einer Fahrzeit von ca. 2 Stunden kann sich jeder selbst ausrechnen wann ich in dem winzigen hochgelegenen Dörfchen ankäme.
Nun, alles um den einen Tag verschoben schaute ich mir eben die schöne Stadt Arequipa an. Unter anderem das märchenhaft bunte Kloster der "Santa Catalina". Die 30 Soles Eintritt (4 Sol = ca. 1 Euro, ich habe mich informiert!) haben sich ausgezahlt!
Am nächsten Morgen um 5.00Uhr den Wecker gegen die Tür geschmissen und mich blind zu meinem Gewand geschliffen. Den Bus erreicht und den Ausstieg verschlafend fast verpasst. In Ecuador sind die Schaffner so klug und aufmerksam. Vielleicht werden sie deswegen dort "Oficial" und in Perú nur "Cobrador", was so viel wie Geldeintreiber heisst, genannt.
Nun die 30 Minuten zur Weggabelung zurückgewandert und dann unsicher ob ich richtig bin die 45 Minuten zum Dorf hinuntergeschlendert. Ausser Atem bin ich gleich beim Dorfeingang von einer älteren Frau darauf aufmerksam gemacht worden dass ich flasch bin. Nein, Scherz, dass sie die Schlüssel für die Höhlen hätte und das Ausborgen (Eintritt) 3 Soles kostet. Da die Kinder gerade Ferien haben, müsse ich allein zu den Höhlen. Na gut, der Weg sei eh gut ausgeschildert.
Stimmt. Zur Schlucht hinabsteigend, bekam ich dann ein mullmigen Gefühl. Meine Armhaare stellten sich auf und jedes kleine Geräuschchen liess mich zusammenzucken. Die Stimmung ist einzigkartig, alleine so einem mystischen Cañon zu durchstreifen. Bei der "Area-51"-artig abgesperrten Höhle sah ich mich erstmal gut um und öffnete dann die 2 Schlösser ganz schnell. Liess sicherheitshalber meine Wasserflasche draussen stehen und nahm die Schlösser mit rein - man weiss ja nie... Normal bin ich nicht aberglaubisch, aber dort... ich weiss nicht....
Die Wandmalereien waren beeindruckend. Vor 8000 Jahre sollen hier menschenähnliche Wesen gestanden sein und diese Figuren hingemalt haben? Unglaublich. Ich setzte mich hin und ass mein Brötchen und stellte mir vor wie es wohl für diese Urmenschen gewesen sein muss in diesem vor Regen und wilden Tieren sicherenen aber sehr kalten Ort zu leben. Oder war es nur für rituelle Zwecke?
Ich bin, wie ihr bestimmt merkt sehr beeindruckt gewesen. Nun kann ich Egon Zimpel auch vollauf verstehen seine Reisen und Filme gemacht zu haben.
Aus der Höhle raus, alles wieder gut zugesperrt gelassen, bin ich den Cañon rauf und runter marschiert um noch einige andere Malereien zu entdecken. Wobei ich mir nichtmehr sicher war, ob diese dann auch so alt seien. Immerhin habe ich es auch auf einer anderen Wand ausprobiert ein Llama und einen Menschen zu zeichnen.
Macht nix, die Natur war selbst so beeindruckend. Die vielen verschiedenen Felsformationen machten mir mit der Zeit nichtmehr so viel Angst und schlussendlich bin ich über die Steine, runter zum grossen Fluss wie ein kleiner Steinbock gehopst.
Später kam ich mir vor wie im wilden Westen. Die alte Eisenbrücke (die irgendwo doch das Dynamit versteckt haben muss), die Steppe oberhalb des Cañons, saubergenagte Knochen und Schädelknochen, der alte verwachsene Friedhof mit der alten verfallenen Tür, mein Rückweg entlang der Schienen und das ankommen in dem vom Leben verlassenen Ort Sumbay mit seinem einstig bestimmt wichtigen Bahnhof haben mein Gefühl nur verstärkt in einem John Wayne Klassiker zu sein.
Das Dorf scheint am aussterben zu sein. Obwohl Schulferien sind, müssten doch zumindest ein oder zwei unter 50jährige Menschen in diesem Dörfchen sein. Ein einstiger Lokführer, der nun Taxifahrer in Arequipa ist, hat mir erzählt dass unter der Präsidentschaft des Japaners die staatliche Eisenbahnlinie an eine chilenische Privatfirma verkauft worden sei. Seit dem ist er Taxifahrer, denn das Personal wurde komplett neu besetzt und seit dem hällt der Zug auch in keinem Ort mehr, da er nurmehr Güter transportiert. Hier kann ich mein aktuell lesenedes Buch "Die offenen Adern Lateinamerikas" sehr gut "visualisieren" und verstehe den Galeano besser.
Nun gut. Am nächsten Tag wollte ich endlich die Fotos ins Internet laden, die billigen Internettarife Arequipas ausnutzen (60 centimos pro Stunde!!). Doch der blöde 8ung-Server funktioniert nicht, auch jetzt noch kaum. Während ich diese Zeilen schreibe muss ich mich mit diesem schrecklichen WebFTP herumärgern.
Ich hoffe euch, bald die Bilder zeigen zu können:
www.8ung.at/andreas.dittrich/Ecuador/Reise/
In Arequipa, am Wege zu meinem Hostal, bin ich von hinten von einer jungen Frau überfallen worden. Es war die hübsche Franzosin die wir in Huaraz kennengelernt haben. Da ich schon mein Ticket nach Cusco hatte, verabschiedeten wir uns mit der Abmachung uns am Montag am Plaza Mayor Cuscos zu treffen.
So weit bis jetzt. Alles liebe an alle, ich nähere mich stätig an Europa,
Andi
25.2.07 20:02
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Rainer Erich Scheichelbauer / Website (25.2.07 22:08)
Toll! Beneide dich, denn ich sitz hier nur im nasskalten Holland herum... und grüß alle hübschen Französinnen von mir :-)

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