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Kartenzückender Werwolf raubt Sicht

Nach zu langer Zeit werde ich nun versuchen meine Erlebnisse seit Cusco zu schildern und mir tun jetzt schon alle Augen leid, deren Gehirne vor haben diesen Beitrag bis zum Ende zu lesen.
Es ist viel geschehen. Und um mit etwas nichtgeschehenem anzufangen: das Treffen mit den 2 feschen Franzessen fand nicht statt. Der brave Andi hat 2 Stunden am schönen und sonnigen Hauptplatz Cuscos gewartet (denn im spanischen ist 12 und 2 sehr ähnlich: "doce" und "dos").
Dafür traf ich am nächsten Abend zufällig die zwei österreichischen Vorarlberger. Und hops sind wir gleich mal das sagenumwobene peruanische Bierchen trinken gegangen. Sagenumwoben, da man munkelt dass das 1 Liter Pilsen mit Reis gestreckt sei. Nun, wir tranken seelenruhig das gute Cusceña.
Am nächsten Tag fuhren Stephan (der eine) und ich, "der andere" war "verhindert", nach Moras. Ein etwas kompliziert und teuer zu erreichendes kleines Dörfchen in der Pampa zwischen Cusco und der "Valle Sagrada" auf der Villa Chinchero. Da Aufgrund des wenigen Tourismus (alle sind am Machu Pichu, stelle ich mal so etwas neidisch fest) keine öffentlichen Verkehrsmittel verkehren mussten wir ein Taxi nehmen, welches ich von 70 auf 40 Soles runterhandeln konnte -und es wäre noch weiter gegangen.
Also mit dem Taxi zuerst zu den mysteriösen Kreisen von Moray:
Angeblich sind sich die Wissenschaftler nicht sehr einig, wofür die Kreisförmigen Etagen gebraucht worden sind. Der nordamerikanische Journalist den wir dort trafen, erklärte uns dass die aus dem Amazonasgebiet stammenden Samen, die bei Ausgrabungen gefunden wurden, annehmen lassen, dass die Inkas dort experimentiert haben, unter welchen Umständen usw. die unterm anderem Heilbringenden Pflanzen am besten wachsen. Jene Samen sind normalerweise nicht in dieser Umgebung anzuteffen und haben medizinische Wirkung.
Jedoch gibt es auch kleine Ruinenreste, die an ein zeremoniales Zentrum erinnern. Nun, kein weis etwas, man kann nur vermuten.
Unbestritten ist aber, die grosse Arbeit die nötig war, diese riesigen Ovale und Kreise zu konstruieren.
Danach fuhren wir zu den Salzbergwerken von Maras:
Hier wird mit einer Technik das Salz abgebaut, die noch aus der Inka-Zeit stammt. Ein kleiner Fluss aus dem Berg, wird in verschiedene Becken geleitet, in dem das Wasser durch die Sonne verdampft und das Salz zuruckbleibt.
Wir waren zur Regenzeit dort, aufgrunddessen arbeitete keiner auf den Feldern. In der Verpackungshalle, wo das Salz per Hand verpackt wird um es unter anderen bis nach Korea zu schicken. Entweder ist Salz dort sauteuer, oder in Maras wird es saubillig fabriziert. In dem nahen Dörfchen Maras lebt der grossteil von der Salzfabrikation. Fast alle Bewohner haben zumindest 2-3 Becken. Die "besseren" schaffen es bis zu 50, man könnte schon fast sagen "Grossgrundbesitzer".
Bezahlt wird von der Firma monatlich pro abgelieferten Quintal, was ca. 100 Euro Montasgehalt wären (bin mir nichtmehr ganz sicher). Von dem Geld kann man sich also zumindest Essen kaufen. Nebenbei arbeiten viele auch noch auf Plantagen, mit Kartoffeln, Quinua (der Inkapflanze=kleine Körner, oft in der Suppe oder wie Reis gegessen) usw.
Am späten Abend endlich zurückkommend, traf ich mich dann, per email Treffpunkt ausmachend, mit meinen 2 Franzessen. Hops ging es zuerst auf ein Bier und später in eine übervolle Disko am Hauptplatz. Viele Leute haben mir im vorhinein Angst vorm Weggehen in Cusco gemacht. Man erzählt mir dass Schlaftropfen ins Bier getan werden, um den Touristen in Ruhe ausrauben zu können.
Nichts dessen geschah. Viel besser: Der vierzigjährige Typ hinter der Kleiderabgabetheke, hat seinen besten Job gefunden. Jeden Abend ist es seh laut in der Disko, er aber hört nichts davon, er ist taub. So konnte ich, zu unser beider Euphorie, meine in Pedro Carbo erlernete Zeichensprache anwenden -oder das etwas das noch übrig war. Auf jeden Fall haben wir beide uns sehr gefreut.
Den ganzen nächsten Tag gings nach Puno, der Hafenstadt am Titicacasee. Besucht wurden die "Islas Flotantes", schwimmende Inseln aus schilfähnlichem Material. Zu touristisch. Später fand ich in der "Casa del Corregidor" eine franz.-peruanische ONG (NGO) an. Mit der franz. Voluntärin ging ich dann am Abend im trubel und Schaum des Karnevals (uns hat es auch ganz schlimm erwischt -aber zum Glück trocknet Rasierchaum auf Kleidung schnell) auf ein Bier, und am nächsten Morgen zu den beeindruckenden Grabtürmen von Sillustani.
Am Nachmittag fragte ich mich zu den nicht sehr bekannten Petroglyphen im "Salcedo", einem Randbezirk Punos, durch. Noch von den Wandmalereien in Sumbay (Perú) gefesselt, waren diese reliefartig in den Stein gehauenen Formen von vor 6000-6500 Jahren überwältigend. Der Hotelbesitzer, der Hauptberuflich Archeologe ist, hat mich mit Begeisterung darauf aufmerksam gemacht.
Es ist so komisch, dass die verschiedenen Menschenfiguren und Llamas sich in Rechtecken befinden. Es können vielleicht 5 Familien, mit deren Gut darstellen - also dokumentarisch (wie fortschrittlich, nicht?).
Ein Junge der mich hinbrachte, meinte weiter oben eine Inka-Hand in einer Höhle gefunden zu haben, die ich aber vergeblich suchte. Im Regen starken Regen die Berge rauf und runter laufend(!!) fand ich leider nur eine leere Höhle.
Am Abend wurde ich von der Französin zu Crepes eingeladen, mmmmhh, lecker! Und das erste mal Crepes mit Wurst gegessen. Komisch, aber gut.
Der nächste Tag war wieder abseits des Tourismus, schon am Wege nach Bolivien, fuhren die Französin und ich über Acora und Santa Rosa nach Copamaya, 3 Felseinbuchtungen der Inkas am Ufer des Titicacas suchend.
Den recht unspektakulären "Löcher" den Rücken zuwendend hatten wir eine atemberaubende Aussicht auf die Weiten des gigantischen Sees. In Begleitung zweier Copamayas, die uns netterweise hinaufführten -sie hatten an diesem Sonntag ihren arbeitsfreien Tag, der sich mit den Eltern und Geschwistern Abwechselt. Der kleinere konnte verdammt gut mit seiner Steinschleuder umgehen, und besorte uns fast das Mittagessen (Hase oder Vogel).
Die schöne gelb-grüne Küste entlang, fuhren wir weiter über Ilama nach Juli, einem Dörfchen nahe der Boliviengrenze mit 4 grossen Kirchen. Zur Feier des Karnelvals (oder sonst was) waren fast alle in Trachten gekleidet .... und betrunken und unfreundlich. So genoss ich meine ersten äusserst schlechten Eindrücke Boliviens (viele waren von der anderen Seite).
Per nächtlichem dunklem Autostop bis nach Yunguyo gekommen, von wo ich am nächsten Tag nach Copacabana (in Bolivia) fuhr.
Im Bus nach Copacabana, traf ich ein Argentinerpärchen, welches ich schon in Paracas (Perú) traf. Fröhlich uns wieder zu treffen, luden sie mich nach Buenos Aires ein und empfahlen mir ein günstiges Hostal in Copacabana, was in der teuersten Stadt Bolivien bestimmt schwer gefallen wäre.
Bei strömenden Regen einquatiert und ein bissl dem kleinen Dörfchen umgesehen. Abgesehen von viel Essen und Reiseagenturen, gibt es am Hügel die berühmte Virgen (Jungfrau). Auf der Spitze des Hügels ankommend, hat man die Möglichkeit Miniaturen von Häusern, Autos oder sonstigem zu kaufen, die man der heiligen Jungfrau schenkt. Wenn alles Richtig gemacht worden ist (Name, Adresse, Telefonnummer gut leserlich im Geschenk versteckt) wird diese Miniatur einmal ganz real - viele Leute schwören drauf! Mir waren die Dinger doch zu teuer -so viel wie ein teueres Mittagessen um die 15 Bolivianos.
Am nächsten Tag auf die Isla del Sol:
Fast den ganzen Tag die Hütte des von einem Chilenen empfohlenen DON TOMAS gesucht. Es gibt zwar nur einen Thomas auf der Insel, jedoch wird man einmal dort einmal dorthin geschickt.
Ein alter Inselbewohner der Südspitze führte mich dann freundlicherweise hin. Anwesend war nur der Mauro, ein argentinischer Junge, "die offenen Adern" lesend. Um es kurz zu machen: Ich hatte 3 wunderschöne Tage, gelebt so, wie ich es mir früher schon immer gewunschen habe und es schon der H.D.Thoreau vormachtre: Ohne Strom, ohne Fliesswasser. Die einzigen Luxuse waren das Gas aus der Flasche und die Abend-/Mittagsessenseinladung des lieben alten Don Tomas, am Grill. Gekocht und gegessen wurden kleine Fischlein (ganz, auch mit Eiern und Kopf), frische selbstgepflückte Kartoffeln (ein Genuss sag ich euch!!) und gekochter Karotten-Zwiebel-Salat. Es war sehr lecker aber auch sehr wenig. Es war einer der Höhepunkte auf der Insel meiner Reise, super ruhig, zumindest zwischen den lauten Ausrufen des Don Tomas "MAUUROOO", und schön.
Und pro Nacht eine unvorstellbare Summe von 10 Bolivianos (1 Euro!!) gezahlt. So ist auch das Essen und alles andere unvorstellbar Billig. Um 4 Bolivianos esse ich frisch und gut am Markt, um 6bs bekommt man ein ganzes Menü.
Don Tomas hat mit seinem Boot die vier Argentinerienen und mich von der Insel nach Copacabana gebracht. Den vier Mädls im G´nack sind wir nach La Paz, in die 15bs Absteige "El Universo". Die vier haben gerade Uni-Ferien und verdienen sich ihre Reise finanziell während der Reise. Auf der Insel haben sie fleisig Schmuckstücke gebastelt, die sie in La Paz verkauften. So sind hier verdammt viele junge Leute unterwegs -toll!
Wie ein Werwolf, verbrachte ich mein Leben in La Paz unter Tags wie ein armer Rucksackreisender, sparend wo es geht, um mich dann Abends in den Mastercard-zückenden Millionärssohn in den Luxushotels speisend, zu verwandeln. Um mich etwas unmoralisch zu verteidigen: Diese Luxushotels sind nicht so teuer! 5bs für einen Kaffee zahle ich in jedem x-beliebigen Touristenlokal (seltener Maschinenkaffee wohlgemerkt). Ändert zwar nichts daran, dass ich mein Geld bei den Reichen lasse, aber "in einer Demokratie muss man sich nicht erklären wem man sein Geld gibt" (frei zitiert von R. Steiner).
La Paz selbst liegt in einer grossen Senke, was (Oriana recht gebend) einem Nachts das Gefühl gibt, viele Sterne greifend nahe zu haben. Denn die vielen Lichter der Häusser die zum angeblich gefährlichen "El Alto" raufführen umrunden einen die ganze Nacht über. Noch dazu wenn man in einem dieser Luxushotels im 15ten Stock seinen Kaffee trinkt, ist es ein wahrhaft schwebendes Gefühl.
Gleich am ersten Abend besuchte ich das Kino, und sah mir unerwartungsvoll Infiltrados (The Departed) an und kam aus dem Saal aufgewühlt und euphorisch heraus. Vielleicht war ich dehydriert, wer weiss- auf jeden Fall war ich total aus dem Häusschen.
Weniger aus dem Häusschen war 2 Tage später in Tihuanaco. Es ist auf jeden Fall ein wichtiger archeologischer Ort und interessant auch, aber nach ganz Perú bin ich von der Inka-Geschichte doch schon langsam gesättigt.
Umsomehr war ich von meiner Gratisimpfung beeindruckt. Bolivien spritzt alle und jeden, wer auch immer, gratis das Gelbfieber (welches man zur Einreise nach Brasilien braucht). Nur der Internationale Impfschein kostet seine 60 Bolivianos (aber wer Reisen möchte, hat sowieso Geld). So gut das Impfen organisiert ist -innerhalb von 2 Minuten war ich fertig (schneller als in Wien)- so schlecht ist die Impfscheinausgabe geplant. Man muss bis um ca. 11.30h warten bis die Impfscheine aus der Druckerei ankommen.
Während dem Warten bin ich etwas herummarschiert und bin dann auf eine laaange Menschenschlange gestossen. Alle mit ihren Gastanks warten sie auf die Gaslieferung. "Wir haben so viel Gas, und doch keins", erklärt mir ein Mann in der Schlange. Bolivien hat grosse Gasvorkommen, aber es wird scheinbar so viel exportiert, dass das Volk (darunter sind alte Frauen, die bei uns im Alterheim vermodern würden) jede Früh auf die Strasse muss um auf den bewachten Gas-LKW zu warten. Nicht einmal die Strasse wird abgesperrt, um zu verhindern dass die Schlange unabsichtlich durch einen Raser geteilt wird.
Tja, da fehlt wohl noch kräftig Arbeit des so geliebten Evo Morales, dessen Liebesbeweise überall auf den Mauern verteilt sind. Ist er doch nur Populist? Die Meinungen spalten sich.
Vom Hugo Chavez sagt man, er verkleide sich als armer Mann und besuche so die Spitäler, um zu sehen ob alles in Ordnung abrennt. Hinter jeder Sage steckt etwas Wahrheit, heisst es.
Nun bin ich in Potosí, der ehemaligen Silberhauptstadt der Spanier. Der "Cerro Rico" (Reiche Berg) hat tatsächlich, wie so oft beschrieben, eine förmlich perfekte Kegelform. Die Zeit,... der Mensch nagt am Berg. Auch die Oberfläche scheint man abzutragen. Ich frage mich ob in 20 Jahren der Berg noch einer ist.
Morgen werde ich nach Dynamit und Coca kaufen, das innere der Höhlen beklettern (Touristentour).
Somit lasse ich eure armen Augen ruhen, gratuliere jedem einzelnen Augenpaar für seine gute Leistung (meine tun mir schon weh) und hoffe dass es sich für das schleimige Ding hinter den Augen ausgezahlt hat. ;-)
Da mich eure Blicke nicht töten können, gebe ich euren Augen noch ein bissl Futter:
www.8ung.at/andreas.dittrich/Ecuador/Reise/
14.3.07 02:07
 


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